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40 Jahre Betriebsleiter des Skilifts Hochwacht: Ein Leben lang an Mosnangs Steilhang

Erwin Widmer setzte sich fast sein halbes Leben lang für den Skilift Hochwacht ein. Auch Ski-Star Maria Walliser profitierte einst von seiner Technikaffinität.
Timon Kobelt
Erwin Widmer nimmt viele Erinnerungen vom Skilift in Mosnang mit, die ihn zum Lächeln bringen. (Bild: Mareycke Frehner)

Erwin Widmer nimmt viele Erinnerungen vom Skilift in Mosnang mit, die ihn zum Lächeln bringen. (Bild: Mareycke Frehner)

«Wer in Mosnang Skifahren kann, der kommt auf allen Pisten der Welt rauf und runter», sagt Erwin Widmer. Wenn es einer weiss, dann der 78-Jährige. Seit der Gründung der Skilift Hochwacht AG im Jahr 1979, also während 40 Jahre, war Erwin Widmer Betriebsleiter des Skilifts in Mosnang, kürzlich hat er seine Funktion aufgegeben. «Da der Hang recht steil ist und der Skilift über eine Strasse führt, müssen die Kinder früh einige Tücken überwinden. Deshalb erhalten sie hier ein super Gesamtpaket für ihre Skikarriere», sagt Widmer schmunzelnd.

Die Kinder hätten ihm während seiner Tätigkeit am meisten Freude bereitet. «Es ist schön, wenn man mitverfolgen kann, wie die kleinen Knöpfe ihre ersten Schwünge machen», erzählt Widmer. In sehr jungen Jahren gingen die Kinder mit ihren Eltern auf die Piste. Später würden sie widerspenstig und wollten es alleine versuchen. «So oder so sind sie immer heil runtergekommen», sagt Widmer lachend.

Lustige Begebenheiten

Weil Mosnang nie einen Skiclub hatte, seien die Kinder nicht von Skilehrern oder Leitern betreut worden. «Man kennt sich hier ja gut. Wenn noch sehr junge Kinder kamen, die es alleine probieren wollten, haben die etwas älteren nach ihnen geschaut. Dieses Vorgehen hat sich bewährt», erklärt Erwin Widmer. Die Eltern und Grosseltern sässen häufig auf den Festbänken beim «Hüsli» und beobachteten ihre Schützlinge bei einer Tasse Kaffee. «Wenn mehrere Generationen anwesend sind, ergibt das zuweilen natürlich lustige Begebenheiten», berichtet Widmer.

Erwin Widmer packte immer tatkräftig mit an. (Bild: Mareycke Frehner)

Erwin Widmer packte immer tatkräftig mit an. (Bild: Mareycke Frehner)

Solche Erlebnisse hätten ihn für die teils harte Arbeit entschädigt. Als Betriebsleiter habe er bei fast allen Aufgaben mitgearbeitet oder diese mitverantwortet. «Am schwierigsten war wohl die Planung der Hilfskräfte. Man kann nicht im Herbst sagen, wir brauchen so und so viele Leute fürs Anbügeln, da dies immer vom Schnee abhängt», sagt der 78-Jährige. Auch technisch habe es immer Herausforderungen und strenge Auflagen gegeben. So hätten sie eine Einrichtung installieren müssen, die überprüft, wenn beim Abbügeln ein Bügel über das Seil schlägt. «Das kostete uns rund 20'000 Franken, was viel ist für so einen kleinen Skilift», sagt Widmer.

Eine kleine Panik brach aus

Es wäre gelogen, wenn man sagen würde, in einer Region wie Mosnang sei ein Skilift rentabel zu betreiben. Dennoch ist das Dorf froh, dass im Jahr 1979 die gegründete AG den Lift übernahm. Ansonsten wäre er verkauft worden. Auch die politische Gemeinde zeigt, dass sie das Angebot schätzt, indem sie bei ganz prekären Rechnungen Hilfe anbieten würde. Dafür ist Erwin Widmer dankbar, denn laut ihm sei es für das Dorf unvorstellbar gewesen, keinen Skilift mehr zu haben. «Georges Walliser hat den Lift 1965 erbaut. Rund zehn Jahre später kamen die Gerüchte auf, dass der Skilift extern verkauft werde, worauf im Dorf eine kleine Panik ausbrach», berichtet Widmer.

Ihn selbst zog es 1968 an den Kirchplatz 3 in Mosnang, von wo es zum Skilift nur ein Katzensprung ist. Aufgewachsen ist Erwin Widmer in Mühlrüti, später kam er stetig umher. Die Sekundarschule absolvierte er im Kloster in Disentis, seine Lehre als Elektriker in Weinfelden. Nach diversen Berufsstationen, unter anderem in Zürich und Basel, wurde er schliesslich in seinem Heimatdorf sesshaft und gründete 1969 die Firma Elektro Widmer AG.

Dank seinem beruflichen Hintergrund und der Wohnung so nahe beim Skilift konnte er immer schnell reagieren. Häufig hat er Material aus seiner Firma zur Verfügung gestellt, ohne dafür oder für seine geleisteten Stunden je Geld zu verlangen. «Ohne ehrenamtliche Arbeit des Verwaltungsrates und der Funktionäre hätte der Betrieb nicht funktioniert. Aber die Leute, welche wir für den Winter angeheuert haben, haben wir immer entschädigt», sagt der Elektriker.

Ein Förderer von Maria Walliser

Erwin Widmer haben tolle Anlässe wie etwa das Nachtskifahren entschädigt, an dem dank Mithilfe der Feuerwehr die ganze Piste beleuchtet wurde. Widmer selbst ist ein passionierter Skifahrer. Er sei früher immer mit seiner Frau Margrit und seinen Söhnen Alexander, Christian und Marcel ins Grödnertal gereist. «Dort könnte man mit einem Skipass auf 500 Pisten fahren. Doch meistens fährt man dann doch immer auf den gleichen», meint er.

Nachtskifahren in Mosnang. (Bild: PD)

Nachtskifahren in Mosnang. (Bild: PD)

Mit einigem Stolz berichtet Widmer, dass er den ersten Weltcup-Sieg des Mosnanger Ski-Stars Maria Walliser in Frankreich miterlebt habe. Mit ihrem Vater Georges, der den Skilift in Mosnang gebaut hatte, verbinde ihn eine tiefe Freundschaft. «Als Maria in der sechsten Klasse war, war ich einer ihrer ersten Sponsoren. Ich durfte ihren Skiraum technisch ausrüsten. Ihre erfolgreiche Karriere zeigt, dass man in Mosnang gut Skifahren lernt.» An ebenjenem Lift von 331 Metern Länge, einer Höhendifferenz von 115 Metern und einer Fördergeschwindigkeit von 2,2 Metern pro Sekunde.

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