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38 Wohnungen in Lichtensteig geplant – gerade für Eigentumswohnungen ist gemäss Experten aber Potenzial vorhanden

Oberhalb der Loretostrasse sollen Eigentums- und Mietwohnungen erstellt werden. Heute stehen auf dem Grundstück Gewerbebauten.
Martin Knoepfel
Die ein- und zweistöckigen Fabrikhallen und Gewerbegebäude sollen fünf Mehrfamilienhäusern weichen müssen. (Bild: Martin Knoepfel)

Die ein- und zweistöckigen Fabrikhallen und Gewerbegebäude sollen fünf Mehrfamilienhäusern weichen müssen. (Bild: Martin Knoepfel)

Momentan stehen Gewerbebauten auf dem Areal in Lichtensteig, das von der Meienberg- und der Hofstrasse sowie von einem namenlosen Weg begrenzt wird. Das soll sich ändern, wenn es nach dem Willen der Landbesitzerin, der Hof Immobilien AG, und der Gesuchstellerin, der Rimaplan AG, geht. Noch bis zum 2. August liegt das Baugesuch für fünf Mehrfamilienhäuser mit total 38 Miet- und Eigentumswohnungen öffentlich auf.

Gebäude umschliessen Innenhof

Die fünf Gebäude sind je rund 11,5 Meter hoch. Die Grundfläche beträgt 13 Meter mal rund 22,5 Meter, wobei ein Gebäude 27,7 Meter lang ist. Die Gebäude besitzen jeweils drei Obergeschosse, das dritte als Attikageschoss. Die Flachdächer sollen extensiv begrünt werden.

Die Gebäude sind so angeordnet, dass sie einen Innenhof umschliessen. In diesem sind unter anderem ein Spielplatz und Sitzplätze geplant. Das Wegnetz der Überbauung ist auf den Innenhof ausgerichtet. Für die Autos wird eine Tiefgarage mit 60 Plätzen – das ist etwas mehr als das gesetzliche Minimum an Parkplätzen – erstellt. Eine Erweiterung der Tiefgarage ist möglich. Die Gebäude werden aus Beton und Kunststein erstellt. Die Farbe der Aussenwände wird weiss sein.

Die Grössen der Wohnungen variieren zwischen zweieinhalb und viereinhalb Zimmern oder rund 74 bis 130 Quadratmetern. Alle Wohnungen erhalten Wohnküchen. Die Attika- Wohnungen erhalten grosse Terrassen. Die anderen Wohnungen werden über Balkone oder Sitzplätze von acht bis neun Quadratmetern Fläche verfügen.

Der Abbruch der Gebäude, die auf diesem Areal stehen, soll im Herbst beginnen. Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre. Die Kosten für die Gebäude belaufen sich auf 10,2 Millionen Franken.

Hohe Leerstandsquote in Lichtensteig

Nach den neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik vom Juni 2018 beträgt die Leerstandsziffer in Lichtensteig 4,8 Prozent. Im Toggenburg liegt nur Kirchberg höher. Da stellt sich die Frage, ob es überhaupt eine Nachfrage nach diesen Wohnungen gibt.

Robert Weinert ist Director bei Wüest Partner. Wüest Partner ist ein unabhängiges Unternehmen für Beratungen im Immobiliensektor. Robert Weinert weist darauf hin, dass die Leerstandsquote in Lichtensteig zwar grösser ist als im Mittel des Kantons St.Gallen oder der Schweiz.

In Lichtensteig stünden aber vor allem ältere Objekte leer. Robert Weinert vermutet, dass diese teilweise bezüglich Ausbaustandard und Zustand nicht mehr heutigen Anforderungen genügen.

Bei Mietwohnungen ist das Angebot recht gross

Momentan seien 10 Prozent der Mietwohnungen in Lichtensteig auf Immobilienportalen ausgeschrieben, gegenüber 8,5 Prozent vor rund einem Jahr. Beim Wohneigentum sei das Toggenburg im Vergleich etwa zu Appenzell Innerrhoden oder dem Linthgebiet preislich attraktiv.

Aus der «Vogelperspektive» sieht der Experte Potenzial für Eigentumswohnungen in Lichtensteig, während bei Mietwohnungen das Angebot schon recht gross sei. Robert Weinert erwartet deshalb eine längere Vermarktungsdauer für neue Mietwohnungen.

Laut Comparis kann man sich mit einem Bruttoeinkommen von 10'000 Franken im Monat ein Objekt für 680'000 Franken leisten. Im Toggenburg sind in allen Gemeinden Eigentumswohnungen für einen Preis unter dieser Schwelle zu haben.

Ländliche Umgebung und intakte Natur

Falls die Immobilienmärkte in den Zentren korrigieren, dürfte das Toggenburg nach Ansicht von Robert Weinert nicht allzu stark leiden. Ins Toggenburg ziehe man, weil man in einer ländlichen Umgebung und einer intakten Natur leben wolle, sagt er.

Wer auf die Nähe zu Zürich angewiesen sei und peripher wohnen wolle oder müsse, wähle eher den Thurgau oder den Aargau als Wohnsitz. Diese beiden Kantone seien deshalb von einer allfälligen Preiskorrektur in den Zentren stärker betroffen als das Toggenburg. Natürlich müssten die Verkaufspreise respektive die geforderten Mieten auch im Toggenburg stimmen, wobei die Mieter dank dem grösseren Angebot preissensitiver geworden seien, sagt der Experte.

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