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3000 Trychler und Scheller in Wattwil: Vor 20 Jahren fand das Eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen in Wattwil statt

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Eidgenössisches Scheller- und Trychlertreffen – farbenprächtig und lautstark Bild: PD

Eidgenössisches Scheller- und Trychlertreffen – farbenprächtig und lautstark Bild: PD

Vor 100 Jahren

30. August: Wattwil. Ein seltenes Naturschauspiel war in Wattwil zu beobachten; es schneite. Also mitten im schönsten Sommer; und was besonders merkwürdig war, schwarzen Schnee. Vom blauen Schnee auf dem Säntis weiss man ja schon lang, doch vom schwarzen wenigstens in Wattwil bisher nicht viel. Bei näherem Zusehen waren es Milliarden von Russflocken, die einem ganz ausserordentlich qualmenden Fabrikkamin entführt wurden. In alle offenen Fenster drangen sie ein, die Haare der Damen hingen dick voll und die Hüte waren wie besät. Als ob «Schwarzer Peter» schon am Morgen gespielt worden wäre, sahen viele Leute im Gesicht aus. Ob das eine gewisse Bewandtnis hat?

4. September: Wattwil. Zur Kenntnisnahme! Es ist uns laut Vorschrift des Verleger-Verbandes nicht gestattet, Auskündigungen von Versammlungen und Veranstaltungen im Text- teile aufzunehmen, wenn nicht gleichzeitig ein Jnserat im Jnseratenteile aufgegeben wird. Aber auch der Gleichberechtigung wegen geht dies nicht an; wir können nicht den einen zumuten, ihre Versammlungen im Jnserateteil zu publizieren und den andern im Textteil Jnserate gratis aufnehmen. Jeder Verleger muss seine Arbeiter, Papier usw. teuer bezahlen und daher ist er eben gezwungen, Jnserate in den Jnserateteil zu verweisen.

Vor 50 Jahren

3. September: Hemberg. Erstmals wird am kommenden Wochenende von St.Peterzell nach Hemberg ein Automobil-Bergrennen öffentlich zur Durchführung gelangen. Verantwortlich für das motorsportliche Ereignis ist der Formel-Rennsport-Club der Schweiz. Die Rennstrecke ist 2,8 km lang bei einer Höhendifferenz von ca. 230 Metern und bietet recht viele Schwierigkeiten, die an das Können der Piloten beträchtliche Anforderungen stellen.

In Hemberg stehen für gegen 2000 Autos Parkierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ueber 150 Funktionäre werden für einen reibungslosen Ablauf der Grossveranstaltung bemüht sein. Am Start werden über 120 Fahrzeuge erscheinen, darunter viele Rennfahrer mit Rang und Namen. Um den Tagessieg kämpfen unter anderen Xavier Perrot auf Brabham F2, Roland Salomon und Jürg Dubler je auf Tecno F7, Sigi Lang auf Porsche 907, Dr. Kühnis auf Porsche 906, Arthur Blank auf Porsche 910. Bei einigermassen gutem Wetter dürften gegen 20000 Schaulustige die Rennstrecke säumen.

Vor 20 Jahren

31. August: Kirchberg. «Alle Dörfer. Zwei Tage. Ein Fest». Dieses Motto des Festes anlässlich der Gemeindehauseinweihungen erfüllte sich. Die Angestellten der Gemeindeverwaltung hatten alle Hände voll zu tun: Zur von der Politischen Gemeinde offerierten «Cherchberger Gemeindssoppe» und dem anschliessenden Festakt füllte sich der Hauptfestplatz fast vollständig. Gemeindammann Christoph Häne sprach in seiner Rede die Symbolik des Wortes Gemeindehaus an. Gemeinde stehe für ein Gefüge, wie es Kirchberg auch sei. Ein Haus hingegen sollte eine gute Atmosphäre ausstrahlen, die auch von den darin verkehrenden Menschen geprägt werde.

4. September: Wattwil. Das 7. Eidgenössische Scheller- und Trychlertreffen fand in Wattwil statt. Mehr als 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast 140 Vereinen trafen sich zu diesem volkstümlichen Fest aus der ganzen Schweiz. Höhepunkt war am Sonntag der grosse Umzug. Drei Stunden lang marschierten die Trychlergruppen – in zwei Umzügen aufgeteilt – quer durch das Zentrum und begeisterten das Publikum. Mehrere tausend Personen – unter ihnen auch die St.Galler Regierungsrätin Rita Roos-Niedermann und Nationalrat Toni Brunner – waren angereist, um dieses laute Spektakel anzusehen und zu hören.

Ohrenbetäubend schön war der Klang der Schellen der vielen Trychler. Der Brauchtum war entstanden um mit dem Lärm die bösen Geister zu vertreiben. Die Trychlergruppen hatten sich in den letzten Monaten intensiv vorbereitet und glänzten mit tollen Kostümen, auf Hochglanz polierten Schellen und oft auch mit einer witzigen Choreografie bei der Präsentation. Das schöne Wetter sorgte für viele Schweissperlen, sind doch die Schellen mehrere Kilogramm schwer.

Vor 10 Jahren

29. August: Dicken. Post schliesst nach 129 Jahren. Am 10. Februar 1880 baten 27 Einwohner von Dicken die Kreispostdirektion in St.Gallen, im Dorf eine Poststelle zu eröffnen. Bereits am 1. Juli gleichen Jahres wurde alt Gemeinderat Johann Naef, St.Peterzell, zum «Postablagehalter» und Briefträger mit einem Jahresgehalt von 900 Franken ernannt. In all den Jahren war die Post Dicken von elf Posthaltern besetzt – davon Alfred Forrer und Emil Bischofberger während je 38 Jahren. Im Jahre 1990 erfolgte der Spatenstich zum heutigen Postgebäude. Die Gebäudeeigentümer Daniela und Ernst Baumann führten die Post Dicken für ihre Kunden. Daniela und Ernst Baumann bieten das gesamte Postbüroinventrar – von der Schalteranlage über die Postfächer, Schreibtische bis zur Paketwaage – nun zum Kauf an.

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