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2019 fährt fast vier Monate lang kein Zug ins Obertoggenburg

Die Südostbahn erneuert nächstes Jahr zwischen Wattwil, Ebnat-Kappel und Krummenau den ganzen Unter- und Oberbau. Während 15 Wochen wird ein Busersatzverkehr zwischen Wattwil und Nesslau eingerichtet.
Martin Knoepfel
Die stählerne Thurbrücke bei Ulisbach soll 2019 einer Betonbrücke weichen. Der Triebwagen der Thurbo im Bild fährt talaufwärts in Richtung Ebnat-Kappel. (Bild: Martin Knoepfel)

Die stählerne Thurbrücke bei Ulisbach soll 2019 einer Betonbrücke weichen. Der Triebwagen der Thurbo im Bild fährt talaufwärts in Richtung Ebnat-Kappel. (Bild: Martin Knoepfel)

Nächstes Jahr will die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) im Obertoggenburg in einem «Cluster» 22 Bauprojekte zeitgleich realisieren. Dies betrifft die ganze Strecke von Wattwil bis ins Obertoggenburg. So werde beispielsweise die Fahrbahn, also der Ober- und der Unterbau, zwischen Wattwil und Krummenau erneuert, antwortete Brigitte Baur, stellvertretende Mediensprecherin der SOB. Ferner werde die Bahntechnik an die neuen Anforderungen an die Geschwindigkeit angepasst.

Schon früher wurde bekannt, dass der Kanton St. Gallen und die SOB zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel Höchstgeschwindigkeiten von 140 (statt bisher 85) Kilometern pro Stunde anstreben. Das soll es möglich machen, die Fahrzeit Wattwil-Nesslau auf knapp unter eine Viertelstunde zu drücken.

Das wiederum erlaubt es, auf dieser Strecke mit einem Triebwagen einen Halbstundentakt anzubieten und fahrplanmässige Kreuzungen oberhalb von Wattwil zu vermeiden. Zwischen Ebnat-Kappel und Nesslau-Neu St. Johann soll die maximale Geschwindigkeit von 60 auf 65 Kilometer pro Stunde gesteigert werden. Weitere Ausbauten sind für die angestrebte Reduktion der Fahrzeit nicht nötig, jedoch Anpassungen auf den Zulaufstrecken.

Thurbrücke in Ulisbach wird ersetzt

Für die Baukosten von rund 35 Millionen Franken für den «Cluster Obertoggenburg» kommt grösstenteils der Bund auf. Das war von Brigitte Baur zu erfahren. Grössere Teilprojekte im Rahmen des «Cluster Obertoggenburg» sind eine neue Thurbrücke in Ulisbach, die Umgestaltung der Haltestelle Krummenau und die Aufhebung der Personenunterführung Neugasse in Ebnat-Kappel. Diese wird nicht mehr benutzt.

Krummenau ist die letzte noch nicht behindertentaugliche Haltestelle auf dem Netz der SOB im Toggenburg. Die Bahnhof- und die Personenanlagen werden deshalb vollständig umgebaut. Die Thurbrücke in Ulisbach ist gut 70 Jahre alt. Die Stahl- soll einer Betonkonstruktion weichen. Sie wird wegen der Thurkorrektion mit 46 Metern länger als die heutige Brücke.

Vorarbeiten im März, Totalsperre von Juni bis September

Laut der Auskunft der Medienstelle der SOB beginnen die Vorbereitungsarbeiten in den normalen Nachtpausen im März 2019. Vom Juni bis September ist schliesslich die Totalsperre zwischen Wattwil und Nesslau-Neu St. Johann geplant.

Während der Totalsperre gibt es einen Ersatzverkehr mit Autobussen. Welches Transportunternehmen den Ersatzverkehr fährt, steht laut Brigitte Baur noch nicht fest, da die Ausschreibung noch im Gang ist. Offen sei ebenfalls, ob die Autobusse Velos befördern werden. Das sei davon abhängig, welche Fahrzeuge eingesetzt würden.

Der Bahnersatz werde anhand der Frequenzen an den Bahnhöfen und Haltestellen geplant, antworte die Medienstelle der SOB auf die Frage nach dem Platzangebot in Spitzenzeiten. Anders als 2016 werden die Arbeiten nächstes Jahr nicht vor den Sommerferien, in denen bei gutem Wetter sehr viele Ausflügler kommen, beendet sein.

Dauer auf ein Minimum reduziert

Die Dauer der Sperrung sei optimiert und auf ein Minimum beschränkt worden, antwortete Brigitte Baur auf die Frage, ob man die Arbeiten nicht rascher abschliessen könne. Schon 2016 war die Strecke ins Obertoggenburg wegen Sanierungsarbeiten an Brücken und Tunneln mehrere Wochen für den Verkehr geschlossen worden.

Da stellt sich die Frage, weshalb die für 2019 geplanten Arbeiten nicht schon damals erledigt worden sind. Die Medienstelle der SOB antwortete, dass bei den Projekten und Sperrdauern darauf geachtet werde, dass diese für die Bahnreisenden ein erträgliches Ausmass hätten. Ebenfalls werde immer eine wirtschaftliche Lösung in Bezug auf Baukostenoptimierung und Lebenskosten gesucht.

«Anschlüsse in Wattwil und Nesslau gesichert»

Können die Autobusse die Fahrzeiten der Bahn einhalten? Die Anschlüsse in Wattwil und in Nesslau seien grundsätzlich gesichert, antwortete Brigitte Baur. Die An- und Abfahrtszeiten in Nesslau würden sich um wenige Minuten verschieben. Das Strassenkreisinspektorat Wattwil sei über die Streckensperrung und den Busersatz informiert.

Die Toggenburger Bahn fuhr seit 1870 von Wil nach Wattwil und weiter nach Ebnat-Kappel. 1902 wurde sie verstaatlicht. 1912 wurden die Strecke von Ebnat-Kappel nach Nesslau-Neu St. Johann verlängert. Dieses Teilstück gehörte aber der Bodensee-Toggenburg-Bahn, die später in der SOB aufging. 2006 übernahm diese unter anderem die seit den 1930er-Jahren von den SBB gepachtete Strecke von Wattwil nach Ebnat-Kappel.

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