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15'000 Fotos von Blumen: Ulisbacher referiert über den täglichen Überlebenskampf in der Pflanzenwelt

Beat Furrer aus Ulisbach erzählte in Wort und Bild über die faszinierende Welt der Pflanzen.
Franz Steiner
Beat Furrer zeigte einen faszinierenden Querschnitt des Reichs der Pflanzen. (Bild: Franz Steiner)

Beat Furrer zeigte einen faszinierenden Querschnitt des Reichs der Pflanzen. (Bild: Franz Steiner)

Die Sonntagsgesellschaft Wattwil und der SAC, Sektion Toggenburg, hatten am Mittwoch zu einem Vortrag über «Schönheit, Faszination und Besonderheiten unserer Pflanzenwelt» eingeladen. Der als Lehrer tätige Beat Furrer zog mit seinen eindrücklichen Bildern die rund 70 Besucher im Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg in Wattwil in seinen Bann. Während gut anderthalb Stunden erzählte Furrer von der Faszination der Flora von unter dem Meeresspiegel bis weit über 3000 Meter über Meer. Furrer liebt es, Blumen von ganz nah zu besichtigen. So hat sich der 62-Jährige eine Sammlung von 15'000 Fotos zusammengetragen. Einen Teil der Bilder hinterlegte er mit passender Musik.

Pflanzen passen sich an ihre Umgebung an

Auch Blumen sind durch äussere Einflüsse dauernd in einem Überlebenskampf. So können wir sie bis 3500 m ü.M. entdecken. Unzählige Faktoren bestimmen, ob sich eine Pflanze durchsetzen und behaupten kann. Es ist verblüffend zu sehen, wie sie sich anpassen können, und was es braucht, dass sie in dieser Meereshöhe bei Kälte, Wind, intensiver Sonnenbestrahlung, und der Dauerdunkelheit unter dem Schnee überleben kann. Rekordhalter ist der Gletscher-Hahnenfuss. Auch etwa 300 Arten an Polsterpflanzen sind mit einer ausgeklügelten Überlebensstrategie diesen harten Bedingungen ausgesetzt. Gegen Temperaturunterschiede von 50 Grad sind sie resistent.

Der Gletscher-Hahnenfuss ist Rekordhalter, er hält massive Temperaturschwankungen aus. (Bild: PD)

Der Gletscher-Hahnenfuss ist Rekordhalter, er hält massive Temperaturschwankungen aus. (Bild: PD)

Menschen wollten schon immer ihr Wissen erweitern. So kannte man bereits im 4. Jahrhundert 520 Tierarten. Naturforscher Carl von Linné war im 18. Jahrhundert einer der Ersten, der die Tier- und Pflanzenwelt in ein natürliches System einband. Ein Meisterwerk war seine Blumenuhr. Der Wissenschafter stellte fest, dass Blumen ihre Blüten immer zu einer bestimmten Zeit öffnen und wieder schliessen – so etwa das Habichtskraut von 8 bis 14 Uhr oder die Sumpfdotterblume von 8 bis 21 Uhr.

Wind als Herausforderung für die Pflanzen

Wenn eine erwachsene Person mit 75 Kilogramm während acht Stunden einem Wind von 100 km/h ausgesetzt ist, verliert sie acht Liter Flüssigkeit. Dieser Wasserverlust kann tödlich sein. Pflanzen haben dafür einen Schliessmechanismus, welche die Verdunstung verringert und zum Kreislauf dazugehört.

Eine 100-jährige Buche produziert im Jahr rund 4600 Kilogramm Sauerstoff. Diese Menge entspricht dem Jahresbedarf von 14 Personen. Die Pflanzen nehmen einen Teil ihrer Nahrung über die Wurzel auf (Wasser, Mineralstoffe). Die für das Wachstum notwendigen Kohlenhydrate (Zucker) produzieren sie selber. Die Nährstofffabrik sind die grünen Blätter.

Bei der Inventarisierung habe Beat Furrer zusammen mit Hanspeter Steidle aus Ebnat-Kappel auf dem Weg zur Zwinglihütte einen Frühlingsenzian in einer veränderten Form vorgefunden. Pflanzen suchen sich so zum Beispiel in der Farbe zu optimieren, um Insekten anzulocken. Eine Sibirische Schwertlilie habe er an einer Stelle am Schmidberg in Wattwil entdeckt, bei der Stängel gegenüber dem Vorjahr mehr Blüten aufweise und zudem gefüllt sind.

Schöne Pflanzen, aber Achtung: Giftig!

Die Pflanzen sind nicht nur schön mit ihren Farben, sondern können auch giftig sein. Die Herbstzeitlose gehört zu jener Art, welche im Frühjahr keine Blüten hervorbringen. Über die Blätter wird die ganze Energie in die Wurzelknolle geleitet. Etwa Mitte August entdecken wir sie, die ohne Blätter ihre ganze Grösse zeigt. Der Verzehr kann tödlich enden. Wenn man den Riesenbärenklau berührt, bekommt man Brandblasen, die zwei Wochen andauern. Da das Gift jedoch fototoxisch wirkt, kann man mit einem einfachen Trick den Hautschaden vermeiden.

Wir Menschen haben viel von den Pflanzen abgeschaut und nachgebaut – so bei der Karde. Der getrocknete Blütenkopf ist geeignet, um Wolle zu kämmen. Oder die grosse Klette: Auf der Suche nach Nahrung sind die meisten Tiere dauernd in Bewegung. Dies nutzen viele Pflanzen, um ihre Früchte und Samen zu verbreiten. Die Klettfrüchte entwickeln dazu Haken, mit denen sie sich vorübergehend ins Fell von Tieren hängen. Durch den raschen Klimawandel werden auch die Pflanzen vor neuen Herausforderungen gestellt.

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