Die 120-Meter-Schienen sind im Obertoggenburg angekommen – freie Bahn für Gleiserneuerung

Die Südostbahn erneuert den Ober- und den Unterbau zwischen Wattwil und Nesslau-Neu St.Johann. Aus logistischen Gründen wurden die Schienen zu Beginn der Sanierungsarbeiten herantransportiert. Die Erneuerung der Fahrbahn kostet mindestens 3000 Franken pro Meter.

Martin Knoepfel
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Schotter-Hügel beim Bahnhof Krummenau. In der Bildmitte sieht man schon erste Spuren des neuen, höheren Perrons. (Bild: Martin Knoepfel)

Schotter-Hügel beim Bahnhof Krummenau. In der Bildmitte sieht man schon erste Spuren des neuen, höheren Perrons. (Bild: Martin Knoepfel)

Der «Cluster Obertoggenburg» ist zwar durchgeplant. Dennoch passieren Überraschungen. Während des Gesprächs mit Gesamtprojektleiter Armin Zöggeler kommt ein Bauarbeiter ins Bauleitungsbüro. Der Grund: Etwa 60 Zentimeter unter den Gleisen liegt das Plastikrohr einer Quellwasserleitung.

Wo genau das Rohr liegt, ist unklar, da es auf den Plänen nicht eingezeichnet ist. Nach Ende der Bauarbeiten am «Cluster Obertoggenburg» wird die Südostbahn die Pläne aktualisieren.

Es gibt keinen Schweizer Schienenhersteller mehr

Am Montagmorgen lud ein Bauzug 120 Meter lange Schienen an verschiedenen Stellen der Bahnstrecke von Wattwil ins Obertoggenburg ab. Die Schienen wiegen 54 Kilo pro Meter, ein 120-Meter-Stück brächte rund sechs Tonnen auf die Waage, wenn eine Waage vorhanden wäre.

Am späteren Vormittag des 3. Juni wurden zwischen Ebnat-Kappel und Krummenau einige 120-Meter-Schienenstücke abgeladen. (Bild: SOB/Daniel Ammann)

Am späteren Vormittag des 3. Juni wurden zwischen Ebnat-Kappel und Krummenau einige 120-Meter-Schienenstücke abgeladen. (Bild: SOB/Daniel Ammann)

Die Schienen stammen von Voest-Alpine. In der Schweiz gebe es keinen Hersteller mehr, sagt Zöggeler. Die Erneuerung der Fahrbahn koste normal rund 3000 Franken je Meter. Wegen der starken Steigungen und engen Kurven werde es hier möglicherweise teurer, sagt SOB-Mann Zöggeler.

Ein Zug für die Demontage der Fahrleitung

Wenn man die Fahrbahn erneuere, müsse man die neuen Schienen am Anfang heranführen, obwohl man sie erst am Schluss brauche. Der Zug mit den Schienen könne nur in den frühen Morgenstunden oder am Abend fahren, da ein anderer Bauzug auf der Strecke sei, der dazu diene, die Fahrleitung abzumontieren, sagt Zöggeler.

Armin Zöggeler betreut als Gesamtprojektleiter der Schweizerischen Südostbahn AG den Cluster Obertoggenburg (Bild: PD)

Armin Zöggeler betreut als Gesamtprojektleiter der Schweizerischen Südostbahn AG den Cluster Obertoggenburg (Bild: PD)

Die neuen Schienen werden durchgehend verschweisst werden, was die Lärmemissionen verringert. Heute ist das nicht überall der Fall. Wenn ein Zug über die Schienenstösse fährt, erzeugt das ein typisches Klack-Klack-Geräusch.

Arbeit in zwei Schichten in Krummenau

Die Logistik zwischen Ebnat-Kappel und Krummenau sei eine Herausforderung, sagt Armin Zöggeler. An der Erneuerung der Fahrbahn arbeiteten etwa 20 Personen pro Nacht.

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Bilder(: Hans Suter)

Normalerweise werde in Krummenau von 6 bis 22 Uhr in zwei Schichten gearbeitet. Diese werde man zeitweise rund um die Uhr arbeiten, sagt Zöggeler.

Krummenau erhält einen höheren Perron

Im September muss die sanierte Haltestelle mit dem höheren Perron fertig sein. Dieser wird ebenerdiges Einsteigen in die Triebwagen ermöglichen. Man sieht in Krummenau schon, wo der neue Perron liegen wird.

Oberhalb von Krummenau liegen schon neue Schienen zwischen den alten bereit. (Bild: Martin Knoepfel)

Oberhalb von Krummenau liegen schon neue Schienen zwischen den alten bereit. (Bild: Martin Knoepfel)

Noch stärker ins Auge sticht aber die Schotterhaufen zwischen dem Bahngleis und der Bahnhofstrasse. Die rund acht Tonnen Schotter, die dort liegen, sind für die ganze Strecke von Ebnat-Kappel bis Krummenau gedacht und wurden schon Anfang Jahr geliefert.

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