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Bereits 11'500 Arbeitsstunden für das Landschaftskonzept Neckertal geleistet

Die Mitarbeiter sind hoch motiviert, die Finanzierung ist gesichert − die vierte Projektperiode des Landschaftskonzepts Neckertal steht mitten in der Startphase. Neuer Projektverantwortlicher ist Markus Wortmann aus Ebnat-Kappel.
Urs M. Hemm
Markus Wortmann (rechts) übernimmt von Heinrich Schiess (links) die Projektverantwortung für das Landschaftskonzept Neckertal. Bildmitte: Toni Hässig, Präsident der Projektleitungsgruppe. (Bild: Urs M. Hemm)

Markus Wortmann (rechts) übernimmt von Heinrich Schiess (links) die Projektverantwortung für das Landschaftskonzept Neckertal. Bildmitte: Toni Hässig, Präsident der Projektleitungsgruppe. (Bild: Urs M. Hemm)

Ein Grundprinzip des Landschaftskonzepts Neckertal (LKN) ist es, auf dem Gebiet der Gemeinden Hemberg, Neckertal und Oberhelfenschwil ökologische Massnahmen zu unterstützen, die nicht anderweitig finanzielle Vergütungen erhalten. Dass dies grosses Potenzial birgt, beweisen die rund hundert kleinen und grossen Eingriffsflächen, auf denen das Landschaftskonzept in den ersten drei Projektphasen seit dem Start im Jahr 2006 aktiv geworden ist. Auch wurde seither die Pflanzung von bald 4000 Hochstamm- und Einzelbäumen finanziell unterstützt. Heinrich Schiess, der seit Anbeginn des LKN mit Begeisterung und Fachkenntnis als Projektbetreuer im Leitungsteam tätig ist, sagt:

«Es gibt noch viele weitere Stellen im Projektperimeter, die ökologisch wertvoll sind und noch mehr aufgewertet werden können.»

Nun sei es aber an der Zeit gewesen, sagt er, die Verantwortung in jüngere Hände zu übergeben. Mit den «jüngeren Händen» ist Markus Wortmann, Scherrer Ingenieurbüro AG (siehe Kasten), gemeint, der Anfang Jahr Heinrich Schiess’ Aufgaben übernommen hat. Ebenfalls aus der Projektleitung zurückgetreten ist Ernst Grob, der sein Ressort Öffentlichkeitsarbeit an Sandra Gerlach und Markus Wortmann weitergegeben hat.

Mit den Förstern zusammenarbeiten

«Ich freue mich auf diese Arbeit», sagt Wortmann. «Ich bin aber auch dankbar, dass uns Heinrich Schiess mit seinem Fachwissen weiterhin zur Verfügung steht.» Viel Raum wird für ihn auch die Zusammenarbeit mit Revierförstern und Regionalförster einnehmen, die bei vielen Zielen des Landschaftskonzepts eine zentrale Rolle spielen.

Die vierte Phase werde bezüglich der Massnahmen grundsätzlich eine Weiterführung der drei vorangegangenen Phasen sein, erläutert Markus Wortmann. Diese Massnahmen umfassen unter anderem die Auslichtung von Waldpartien, welche aus ökologischer Sicht viel Entwicklungspotenzial haben, die Wiederherstellung von Föhren- und Weidewäldern, das Auslichten von Waldrändern sowie das Freihalten von Waldwiesen. Das bedeute, bereits vorhandene Eingriffsflächen weiterhin zu pflegen, aber auch potenziell neue Flächen zu evaluieren.

Aufwertung und Förderung von fliessenden Gewässern

«Ein Schwerpunkt in der vierten Phase wird das Aufwerten und Fördern von fliessenden Gewässern sein», sagt Markus Wortmann, und Heinrich Schiess ergänzt: «Eine grosse Stärke des Neckertals ist, dass viele Bäche in Tobeln und in den Wäldern weitgehend unverbaut und naturnah geblieben sind.» Auch der Necker gelte als gut erhaltener Fluss mit hoher Lebensraumqualität, insbesondere für Fische und mehrere sehr seltene Insektenarten.

Eine Schulklasse arbeitet für das Landschaftskonzept Neckertal in der Fuchslocheren bei Hemberg. (Bild: PD, 2018)

Eine Schulklasse arbeitet für das Landschaftskonzept Neckertal in der Fuchslocheren bei Hemberg. (Bild: PD, 2018)

Entscheidend dabei, wie auch bei allen anderen Massnahmen, werde die freiwillige Mitarbeit der Grundeigentümer sein. «Bisher sind wir fast immer auf Interesse für unsere Vorhaben gestossen, da sie letztlich das Land aufwerten», sagt Heinrich Schiess. Neben dem Einverständnis des Grundbesitzers ist das Projektteam aber auch auf die Unterstützung freiwilliger Helfer angewiesen, die ihre Freizeit für Arbeiten in der Natur einsetzen. «In den vergangenen Jahren leisteten Firmen, Vereine und Schulklassen insgesamt rund 11'500 Arbeitsstunden. Ohne diese Hilfe wäre die Umsetzung des Projekts gar nicht möglich», sagt Toni Hässig, Präsident der Projektleitungsgruppe LKN. Das LKN habe mittlerweile auch auf nationaler Ebene Anerkennung erlangt, was die Suche nach Geldgebern noch nicht leicht, aber einfacher gemacht habe.

Finanzierung für vier Jahre gesichert

«Für die vierte Projektperiode, die bis Ende 2022 dauert, stehen insgesamt rund 870'000 Franken zur Verfügung», sagt Toni Hässig. Finanziert werde das Projekt durch die drei beteiligten Gemeinden Neckertal, Hemberg und Oberhelfenschwil, das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen, das Kantonsforstamt, den Fonds Landschaft Schweiz, die Binding-Stiftung, die Dr. Bertold Suhner-Stiftung, die Wolfermann-Nägeli-Stiftung, die Spendenstiftung Bank Vontobel, die Paul-Schiller-Stiftung, die Temperatio-Stiftung und weitere Geldgeber.

Der finanzielle Anteil der drei Gemeinden betrage insgesamt acht Prozent. «Durch das Engagement der Gemeinden für mehr Biodiversität und die Pflege der Kulturlandschaft wird im Neckertal also auch eine hohe finanzielle Wertschöpfung erzielt», sagt Toni Hässig.

Zur Person: Markus Wortmann

Markus Wortmann ist seit 25 Jahren bei der Scherrer Ingenieurbüro AG in Nesslau tätig und seit 2007 deren Geschäftsführer. Von Haus aus Landschaftsökologe und Geograf, beschäftigt er sich neben der Luftbildauswertung von Biotopen und Wäldern intensiv mit dem ökologischen Ausgleich auf der Landwirtschaftsfläche und mit Naturschutzfragen. Unterstützt wird er von der Ökologin Maya Valentini, die ihren Schwerpunkt bei Flora und Fauna setzt.

Die Scherrer Ingenieurbüro AG betreut unter anderem auch das Landschaftsqualitätsprojekt Neckertal sowie die Revision der Schutzverordnung und die Erfassung der GAöL-Verträge in Oberhelfenschwil. (pd/uh)

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