100 Jahre Kirchenchor Libingen: Chorsingen hält jung

35 Mitglieder gehören aktuell dem Kirchenchor Libingen an. Der Chor wurde vor 100 Jahren gegründet.

Beatrice Bollhalder
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Der Kirchenchor sing nicht nur geistliches Liedgut, sondern mischt die Lieder auch mit Jodelgesang auf. Im Bild zeigt er sich um die Jubiläums-Tafel gruppiert.Bild: Beatrice Bollhalder

Der Kirchenchor sing nicht nur geistliches Liedgut, sondern mischt die Lieder auch mit Jodelgesang auf. Im Bild zeigt er sich um die Jubiläums-Tafel gruppiert.Bild: Beatrice Bollhalder

Der Kirchenchor Libingen feierte mit einer Messe, Gratulanten und einem Ständchen der Musikgesellschaft Libingen kürzlich seinen 100.Geburtstag. Pfarrer Josef Manser meinte schmunzelnd:

«Wer lang atmet und lang singt, es zu hohem Alter bringt.»

15 Frauen und 10 Männer gehören derzeit dem Kirchenchor Libingen an. Sie verschönern mit ihrem Gesang einmal pro Monat eine heilige Messe. Dass ihr Gesang bei den Kirchenbesuchern gut ankommt, zeigte sich an einem Sonntag Mitte September deutlich. Während die Chormitglieder auf der Empore ihren Stimmen den letzten Schliff gaben, füllte sich die Kirche zum Erntedankgottesdienst. Zehn Minuten vor Beginn waren sämtliche Plätze belegt und zusätzliche Stühle wurden aufgestellt.

Treue Mitglieder und langjährige Chorleiter

Am 31. Mai 1919 war vom damaligen Pfarrer Ludwig Kleger ein Kirchenchor gegründet worden. Geleitet wurde dieser Verein seit damals immer von einem Lehrer. Anfangs war es Emil Stieger, der den Sängerinnen und Sängern den Takt vorgab. 1957 hat Laurenz Pekarek die Direktion übernommen. Nebst dem Orgelspiel, für das er bis heute im Einsatz steht, wurde auch die Leitung des Cäcilienchores für die nächsten 46 Jahre zu seiner Aufgabe.

Seine Frau Elfi hat während dieser Zeit dem Kirchenchor ebenfalls die Treue gehalten. Ausserdem hatten die beiden jeweils während mehrerer Jahre auch das Amt des Aktuars inne. Als Pekarek die Leitung des Kirchenchores 2003 abgab und mit ihm auch einige Mitglieder aus Altersgründen den Verein verliessen, wurde es ruhig. Die damalige Präsidentin Ida Meier und Pfarrer Bernhard Sohmer hielten nach einem Nachfolger Ausschau und konnten zwei Jahre später den pensionierten Lehrer Toni Bolt aus Mosnang für dieses Engagement gewinnen. Und auch er konnte seine Frau Vreni dazu ermuntern, im Kirchenchor Libingen mitzusingen.

Geistliche Lieder mit Jodelgesang

Josef Kuhn, der 66 Jahre lang im Verein aktiv mitmachte, erzählte einige Anekdoten aus dieser Zeit. Lachend erwähnte er, dass Laurenz Pekarek mit Händen und Füssen die Orgel bediente und mit dem Kopf noch den Chor leitete. Dies sei bei Toni Bolt nicht mehr nötig gewesen, da man ab jetzt meist a cappella gesungen habe. Die Reaktionen der Zuhörer hätten gezeigt, dass der Chor, der auch geistliche Lieder mit Jodelgesang mischte, auf dem richtigen Weg ist, merkte Kuhn an. Viele Beispiele von früheren Chorreisen kamen dem Rentner in den Sinn. Er erzählte, dass dieser Verein früher oftmals von jungen Menschen dazu benutzt wurde, um einmal in der Woche ausgehen zu können. Man sei anfangs aber nicht eingekehrt, sondern haben auf dem Dorfplatz noch etwas geschwatzt. Im Winter seien manchmal auch Schlittenfahrten zur Brücke im Mühleboden unternommen worden.

Nebst Kuhn waren weitere Sängerinnen und Sänger, die mehrere Jahrzehnte im Kirchenchor mitgewirkt hatten, unter den Gästen in der Mehrzweckhalle. Sie alle hatten dem Gesang in der Kirche – es wurden Mundartlieder von Michael Pfiffner sowie das von Laurenz Pekarek komponierte «Grosser Gott, wir loben dich» gesungen – gelauscht. Unterstützt wurde der Chor von den Musikern Michael Jud am Akkordeon und Ludo van Caenegem am E-Piano. Beim Altar stand eine Tafel, die auf das Jubiläum hinwies. Diese ist von Bernadette Länzlinger und Emil Breitenmoser mit Hilfe vieler Blumen angefertigt worden.

Neumitglieder sind gesucht und erwünscht

Präsidentin Brigitte Fritsche dankte verschiedenen Personen, die an diesem Tag und in den vergangenen 100 Jahren einiges dazu beigetragen hatten, dass dieses Jubiläum überhaupt gefeiert werden konnte. Edwin Kuhn dankte im Namen der Kirchenverwaltung allen Sängerinnen und Sängern und wünschte ihnen noch viele gute Proben und erfolgreiche Auftritte. Vor allem hoffe er, dass es genügend Personen geben werde, die mit ihrer Stimme den Chor verstärken wollten. Dies ist ein Anliegen aller, denn kaum ein Chor würde Neumitglieder nicht begrüssen.

Dass dem Kirchenchor der Nachwuchs nie ausgehen möge, das wünschte auch Gemeindepräsident Renato Truniger. Ausserdem überreichte er der Präsidentin einen Batzen, der für den nächsten Vereinsausflug verwendet werden kann.