Tötungsdelikt von Lichtensteig: St.Galler Staatsanwaltschaft klagt Verdächtigen wegen Mordes an

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen klagt einen 41-jährigen Niederländer wegen Mordes und Raubes an. Es wird eine mehrjährige Freiheitsstrafe beantragt. Der Beschuldigte soll im Mai 2016 den 62-Jährigen Besitzer des Museums für Musikautomaten in Lichtensteig ausgeraubt und getötet haben.

Tim Naef
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Fahnder der St.Galler Kantonspolizei vor dem Haus des Opfers in Lichtensteig. (Bild: BRK News)

Fahnder der St.Galler Kantonspolizei vor dem Haus des Opfers in Lichtensteig. (Bild: BRK News)

«Der damals 39-jährige Beschuldigte steht in Verdacht, in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 2016 einen 62-jährigen Mann in seinem Haus an der Postgasse in Lichtensteig mit mehreren Messerstichen getötet zu haben», schreibt die St.Galler Staatsanwaltschaft in einer Medienmitteilung. 

Die in enger Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei St.Gallen und dem Institut für Rechtsmedizin geführte Untersuchung sei nun abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen erhebt beim Kreisgericht Toggenburg Anklage wegen Mordes und Raubes. Es werde eine mehrjährige Freiheitsstrafe beantragt, so die Staatsanwaltschaft. 

Im thailändischen Pattaya verhaftet

Das Tötungsdelikt war Anfang Mai 2016 geschehen: Am 4. Mai um 17 Uhr wurde die Leiche des 62-jährigen Betreibers des mechanischen Musikmuseums Lichtensteig in seinem Haus an der Poststrasse 13 in Lichtensteig aufgefunden. Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons St.Gallen gingen aufgrund der Untersuchungsergebnisse des Instituts für Rechtsmedizin St.Gallen schnell von einem Tötungsdelikt aus.

Opfer war Betreiber des Museums für Musikautomaten in Lichtensteig. (Bild: Martin Knöpfel)

Opfer war Betreiber des Museums für Musikautomaten in Lichtensteig. (Bild: Martin Knöpfel)

Die Kantonspolizei St.Gallen nahm umgehend die Ermittlungen auf. Die Behörden fokussierten sich schnell auf einen Mann, der das Opfer kurz vor dessen Tod besuchte. Der Verdächtige soll englisch und niederländisch gesprochen haben und vom Opfer beherbergt worden sein.

Die Kantonspolizei St.Gallen konnte in der Folge die Personalien dieses Besuchers ermitteln: Es handelte sich um einen damals 39-jährigen Niederländer. Die Staatsanwaltschaft St.Gallen eröffnete aufgrund der Ermittlungen der Kantonspolizei St.Gallen gegen den Niederländer eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts der Begehung eines Tötungsdelikts und schrieb ihn international zur Verhaftung aus.

Der Verdächtige wurde schliesslich Anfang Juni 2016 von den thailändischen Strafverfolgungsbehörden im Urlaubsort Pattaya verhaftet. Anfang 2017 wurde er den St.Galler Behörden ausgeliefert. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft, beziehungsweise im vorzeitigen Strafvollzug.

LICHTENSTEIG: Verdächtiger im Toggenburger Tötungsdelikt festgenommen

In Thailand konnte die Polizei einen Mann festnehmen, der dringend verdächtigt ist, den Betreiber eines Museums in Lichtensteig getötet zu haben. Der 39-jährige Niederländer wurde am 2. Juni in Pattaya verhaftet. Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat die Auslieferung des Mannes beantragt.

Ein Toggenburger Original ist verstummt

Es hätte auch ein Orchester sein können, das seine Klänge in die Lichtensteiger Postgasse hinausschickte. Doch da waren weder ein Pianist noch Bläser, Perkussionisten oder Streicher.
Anina Rütsche