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TÖTUNGSDELIKT: Die Dämonenfrage

Verteidigung und Staatsanwaltschaft prüfen, ob sie das Urteil im Fall von Wagenhausen anfechten wollen. Unklar ist unter anderem, wie das Gericht mit der angeblichen Dämonenaustreibung umgeht.
Stefan Hilzinger
Nach der Tat am 2. Januar 2016 versiegelte die Untersuchungsbehörde die Wohnung in Wagenhausen. (Bild: Reto Martin (22. Januar 2016))

Nach der Tat am 2. Januar 2016 versiegelte die Untersuchungsbehörde die Wohnung in Wagenhausen. (Bild: Reto Martin (22. Januar 2016))

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Zehn Tage haben die Parteien Zeit, um das Urteil im Tötungsfall Wagenhausen vor Obergericht anzufechten. Die Frist ist schon halb verstrichen, seit der Frauenfelder Gerichtspräsident am Freitagabend die Strafe von neun Jahren Haft wegen even­tualvorsätzlicher Tötung mündlich begründet hat.

Staatsanwalt und Verteidiger ziehen eine Berufung ernsthaft in Erwägung, bestätigen sie auf Nachfrage. «Ich habe dem Bezirksgericht die Berufungsanmeldung schon zugestellt», sagt Rechtsanwalt Daniel Christen, der amtliche Verteidiger des beschuldigten Vaters. Gleiches tat der Staatsanwalt Marco Breu.

Erst nach schriftlichem Urteil entscheiden

Eine fristgerechte Berufungsanmeldung ist notwendig, um das erstinstanzliche Urteil nach Eingang der schriftlichen Begründung vor Obergericht anfechten zu können. Bevor diese Begründung vorliegt, was einige Zeit in Anspruch nehme, könne die Sache juristisch gar nicht genau analysiert werden, sagen Verteidiger und Staatsanwalt. «Wir sind zwar im Hauptanklagepunkt durchgedrungen. Doch das Strafmass liegt unter unserem Antrag, und der Beschuldigte ist in zwei Punkten freigesprochen worden», sagt der Staatsanwalt. «Eine Berufung ist für mich sehr wahrscheinlich.» Inhalt einer allfälligen Berufung ist für die Verteidigung unter anderem auch das Strafmass.

Drei Jahre Haft für fahrlässige Tötung war sein Antrag, klar milder als das Urteil des Bezirksgerichts. «Es wird interessant zu sehen sein, ob und in welchem Ausmass der Aspekt einer allfälligen Dämonenaustreibung beim Entscheid des Gerichts mitberücksichtigt worden ist», sagt Verteidiger Christen. Niemand ausser dem Beschuldigten wisse letztlich, was an dem Abend in der Wohnung genau passiert sei. «Daher bin ich sehr gespannt auf die schriftliche Begründung.»

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