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Todesfalle Rhein: Schwäne in Flüssen sind gefährdeter als jene im Bodensee

Von 23 Jungschwänen auf dem Rhein bleiben nur noch acht übrig. Die anderen sind an Erschöpfung gestorben – weil sie den Fluss nicht verlassen konnten. Den Schwänen im Bodensee machen eher schwankende Wasserstände zu schaffen – und Menschen, die es auf ihre Nester abgesehen haben.
Maria Kobler-Wyer
Nur acht junge Schwäne konnten gerettet werden. (Bild: Selwyn Hoffman/Schaffhauser Nachrichten)

Nur acht junge Schwäne konnten gerettet werden. (Bild: Selwyn Hoffman/Schaffhauser Nachrichten)

Auf dem Schaffhauser Rhein schwimmen keine jungen Schwäne mehr, wie die Schaffhauser Nachrichten schreiben. Acht von 23 Schwänen konnten die Tierschützer vor dem Tod retten und in eine Auffangstation bringen. Die anderen Tiere sind gestorben. «Es ist eine einzige Katastrophe», sagt Ricky Meyer vom Tierrettungsverein Animal Rescue Schaffhausen gegenüber der Zeitung. Eine Todesfalle für die Wasservögel ist vor allem das zugebaute Rheinufer. Der Bootssteg anfangs Lindli ist laut Meyer der einzig mögliche Ausstieg für die Schwäne. Allerdings seien am Wochenende viele Leute unterwegs gewesen und der Bootssteg durch viele Gummiboote besetzt, sagt Meyer. Die Schwäne seien nicht an Land gekommen und völlig erschöpft den Rhein hinuntergetrieben.

Zwei total erschöpfte Vögel sammelten die Tierschützer am Montagmorgen vis à vis der Rhybadi ein. Zudem fanden sie drei tote Jungtiere. Eines, das sich mit letzter Kraft ans Rheinufer retten konnte, wurde wohl von einem Hund totgebissen.

Am liebsten hätten die Tierschützer die jungen Vögel zurück zu den Eltern gebracht, aber die sie hatten keine Ahnung, zu welchem Elternpaar die jungen Vögel gehören. Das Leben in Gefangenschaft ist für die Schwäne aber nicht ideal. Laut Meyer werden sie handzahm und verlieren die natürliche Scheu vor Menschen.

Beim Kanton Schaffhausen ist die Problematik unbekannt. Auch die SH Power, Betreiberin des Kraftwerks, wurde noch nie auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Für Tierschützer Ricky Meyer ist jedoch klar, dass die Politik handeln und etwas tun muss. Er will sich ebenfalls für eine Verbesserung der Situation einsetzen.

Schwäne in Flüssen brauchen mehr Energie

«Für Schwäne ist die Situation in Flüssen schwieriger als an Seen», sagt Hans Schmid, Leiter des Fachbereichs «Überwachung der Vogelwelt» bei der Vogelwarte Sempach, gegenüber «Tagblatt Online». Zu dieser Jahreszeit gebe es oft Hochwasser, so dass ihre Nester überschwemmt werden. Auch der Menschenauflauf am Ufer sowie die zahlreichen künstlichen Verbauungen machen ihnen zu schaffen. «Nicht einmal die Hälfte aller Flüsse verläuft natürlich», sagt Schmid.

Zudem verbrauchen die Schwäne in Flüssen viel Energie, weil das Wasser immer fliesst – ihr Bedarf nach einer Ausstiegsmöglichkeit ist entsprechend gross. «Schwäne im Bodensee kämpfen nicht mit reissenden Strömen, dafür mit schwankenden Wasserständen», sagt Schmid. Sie könnten sich aber eher in Buchten mit Schilf oder Grünanlagen mit wenig Gästen zurückziehen. Rückzugsmöglichkeiten brauchen die Schwäne.

«Schwäne müssen alle paar Stunden ihre Federn einfetten», sagt Schmid. «Sonst saugt sich ihr Gefieder mit Wasser voll.»

Dass von einer Schwanenbrut von sechs bis acht Jungen nur ein bis zwei Schwäne überleben, sei nicht aussergewöhnlich, sagt Hans Schmid von der Vogelwarte Sempach. «Besonders in den ersten Wochen sind die jungen Schwäne vielen Gefahren ausgesetzt», sagt Schmid. Sie haben dann bloss ein Daunenkleid und können die Körpertemperatur noch ungenügend regulieren. Deshalb sterben junge Schwäne oft an Unterkühlung.

Aber auch Füchse, nicht angeleinte Hunde oder Krankheiten können zum Tod der Jungtiere führen. Menschen sind den Schwänen ebenfalls nicht immer wohlgesonnen. «Es kommt immer wieder vor, dass Leute grosse Steine in die Nester werfen, um die Brut zu zerstören», sagt der Vogel-Experte. «Wenn die Jungen das erste Jahr überstanden haben, steht ihnen jedoch oft ein langes Leben bevor.»

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