TODESFALL: Suizid nicht ausgeschlossen

Nach dem Unfall auf der A1 hat die Polizei neue Erkenntnisse: Der Slowake war erst kurz vor dem Unfallort in ein Fahrzeug in Richtung St. Gallen gestiegen.

Maria Kobler-Wyer
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Die Polizei bei der Sicherung der Unfallstelle am Montagabend. (Bild: Kapo SG)

Die Polizei bei der Sicherung der Unfallstelle am Montagabend. (Bild: Kapo SG)

Maria Kobler-Wyer

maria.kobler@tagblatt.ch

Am Montagabend um 18 Uhr lief ein 36-jähriger Slowake vom Rastplatz Wildhus Süd auf die Autobahn, wurde von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. «Der Slowake stieg in Oberbüren in einen weissen Lieferwagen ein, beim Rastplatz stieg er wieder aus», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gestern Nachmittag. Noch immer unklar ist hingegen, warum der Mann ausgestiegen und auf die Autobahn gelaufen war. «Ein Suizid ist nicht ausgeschlossen», sagt Schneider. Eine Obduktion des Leichnams wurde angeordnet, die Resultate stehen noch aus. Der Fahrer des Lieferwagens hat sich bisher nicht bei der Polizei gemeldet.

Als Kurzaufenthalter in der Schweiz

Der Slowake war Kurzaufenthalter, das heisst, er hatte eine Aufenthaltsbewilligung für drei Monate. Laut Florian Schneider hielt sich der Verstorbene erst seit ein paar Tagen in der Schweiz auf – er war in der Region wohnhaft – wollte aber bereits wieder zurück in seine Heimat fahren. Die Lenkerin, welche den 36-Jährigen angefahren hatte, brauchte nach dem Unfall psychologische Betreuung.

Etwa fünf weitere Autofahrer und Leute vom Rastplatz nahmen gemäss Schneider diese Hilfe ebenfalls in Anspruch. «Wir haben am Unfallort andere Aufgaben zu erledigen, deshalb ist es wichtig, dass Angehörige der psychologischen ersten Hilfe sich um die Betroffenen kümmern können.» Die Polizisten, die beim Unfall im Einsatz standen, verzichteten direkt nach der Arbeit auf ein Gespräch. «Unsere Kollegen mit psychologischer Ausbildung werden aber sicher noch das Gespräch mit ihnen suchen», sagt Florian Schneider.

Der Mediensprecher der Kantonspolizei litt nach dem Einsatz nicht unter Albträumen. «So schlimm es tönt: Man gewöhnt sich leider daran», sagt er. «Es ist unser Job. Mich verfolgt der Fall nicht.»