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Tod auf dem Bauernhof: Drama um Teenager in Schänis schreckt Fachmann auf

Ein 13-jähriger Bub ist auf einem Bauernhof in Schänis tödlich verunfallt. Das Unglück passt ins Schema von Dramen, die sich in der Landwirtschaft immer wieder ereignen – und zwar gleich mehrfach.
Daniel Walt
Wer im landwirtschaftlichen Bereich tätig ist, muss mit Gefahren umgehen können – ein vorsichtiger Umgang mit Gerätschaften ist angezeigt. (Symbolbild: Keystone)

Wer im landwirtschaftlichen Bereich tätig ist, muss mit Gefahren umgehen können – ein vorsichtiger Umgang mit Gerätschaften ist angezeigt. (Symbolbild: Keystone)

Entsetzen, Schock, Trauer: Thomas Bachmann, technischer Leiter der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft, zeigt sich tief betroffen vom Tod eines 13-jährigen Buben auf einem Bauernhof in Schänis. Der Teenager hatte am vergangenen Samstag auf dem Heustock einen Futter- und Streumischer abstellen wollen. Dabei war er aus unbekannten Gründen in die Förderschnecken der Maschine geraten und tödlich verletzt worden.

Von Heuballen erschlagen

Hat das wirklich sein müssen? Wie ist es möglich, solche Unfälle zu verhindern? Diese Fragen treiben Thomas Bachmann neben persönlichen Gedanken jedes Mal um, wenn sich auf Schweizer Bauernhöfen schwere Unglücke ereignen.

Thomas Bachmann. (Bild: pd)

Thomas Bachmann. (Bild: pd)

Auch in Ostschweizer Betrieben kommt es immer wieder zu Tragödien. So starb im vergangenen April in Necker ein 57-jähriger Landwirt. Der Mann hatte beim Abladen von Heuballen den letzten Gurt trotz einer entsprechenden Warnung gelöst, worauf mehrere rund 500 Kilogramm schwere Heuballen auf ihn fielen. Und erst kürzlich, Anfang September, verlor in Grabs eine 18-jährige Landwirtin in Ausbildung ihr Leben: Ihr Motorkarren kam von der Strasse ab und überschlug sich.

Viele Unfälle mit Fahrzeugen und Maschinen

Aussagekräftiges Zahlenmaterial zu Unfällen auf Schweizer Bauernhöfen gibt es laut Thomas Bachmann nicht. Doch eins steht fest: Der Fall des Teenagers aus Schänis ist in mehrerlei Hinsicht typisch für schwere landwirtschaftliche Unfälle. So ereignen sich laut Thomas Bachmann rund 60 Prozent aller Unglücke, von denen die Beratungsstelle via Meldungen in den Medien erfährt, mit Fahrzeugen und Maschinen. Die restlichen 40 Prozent der Unglücksfälle teilen sich wie folgt auf:

  • Stürze
  • Unfälle mit Tieren oder ausströmenden Gasen
  • Unglücke bei landwirtschaftlichen Forstarbeiten

Der Gefahren zu wenig bewusst

Kinder und Jugendliche, die sich auf Bauernhöfen aufhalten, gehören zu einer speziellen Risikogruppe. Auch diesbezüglich passt der Unfall von Schänis laut Thomas Bachmann ins traurige Schema. Er sagt:

«Bei Minderjährigen in landwirtschaftlichen Betrieben braucht es besonders viel Beratung und Prävention. Kinder und Jugendliche helfen in der Landwirtschaft vielfach mit Freude und Elan mit. Sie sind sich aber oftmals der Gefahren zu wenig bewusst.»

Dieses Jahr sei gleichzeitig auch eine Häufung von Unfällen von über 60-Jährigen zu beobachten, die in landwirtschaftlichen Betrieben mitarbeiten. «Und es gibt speziell viele tödliche Stürze von Traktoren», weiss Thomas Bachmann.

«Wenig motiviert»

Was tut die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft, um für mehr Sicherheit auf Bauernhöfen zu sorgen? «Wir bieten zahlreiche Kurse zu diversen Themen an», antwortet Thomas Bachmann. Ein Blick auf die Website verrät, dass zum Beispiel ein Traktorfahrkurs namens «Profis fahren besser» gebucht werden kann; oder dann besuchen Experten interessierte Landwirte und schulen sie zu Themen wie Heben und Tragen, Schnittverletzungen oder Umgang mit Hebefahrzeugen. Zudem informiert der Verband in Broschüren über das Unfallrisiko auf Bauernhöfen – «diese Publikationen werden in der landwirtschaftlichen Ausbildung auch als Lehrmittel gebraucht», sagt Thomas Bachmann.

Inwieweit sind Landwirte genügend sensibilisiert für die Gefahren, die auf ihrem Hof lauern? Gibt es sogar Bauern, die sich nicht von aussen sagen lassen wollen, wie sie für mehr Sicherheit in ihrem Betrieb sorgen können? Thomas Bachmann antwortet:

«Landwirte sind es sich gewohnt, selbständig zu arbeiten, und sie nehmen oft auch erhöhte Gefahren in Kauf.»

Ohne alle Landwirte über einen Kamm zu scheren, verhehlt er nicht, dass es nach wie vor Bauern gibt, die wenig motiviert sind, Ratschläge von Sicherheitsexperten anzunehmen. «Unfälle passieren», betont er. Umso wichtiger findet er es, alles Menschenmögliche zu unternehmen, damit möglichst wenige davon passieren.

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