Tierschutz
«Es ist nicht in Ordnung, Privateigentum zu bekleben»: Gossauer nervt sich über Aufkleber gegen Tierschlachtung auf dem Garagentor und auf dem Briefkasten

Flyer und Aufkleber gegen Massentierhaltung und Tierschlachtung landen in Gossauer Briefkästen. Wie jemand in einer Facebook-Gruppe schreibt, wurden ihm sogar Aufkleber am Garagentor angebracht. Der Tierschutzverein St.Gallen distanziert sich klar von dieser Aktion und Vorgehensweise.

Sabrina Manser
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Ein Gossauer erzählt in einer Facebook-Gruppe, dass ihm Aufkleber von Tierschlachtung auf das Garagentor geklebt wurden.

Ein Gossauer erzählt in einer Facebook-Gruppe, dass ihm Aufkleber von Tierschlachtung auf das Garagentor geklebt wurden.

Bild: PD

Schon länger flattern in Gossau Flyer und Aufkleber mit Bildern von blutigen Tierschlachtungen und Massentierhaltung in die Briefkästen. Die Flyer zeigen oft plakative Sujets und wirken provozierend. Nun ist die Diskussion über diese Aktion auf Facebook entfacht. Ein Mann hat in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Gossau, wenn...» einen Beitrag mit Fotos veröffentlicht. Es zeigt, dass ihm ein Aufkleber auf sein Garagentor geklebt wurde. «Ich habe überhaupt nichts gegen Vegetarier oder Veganer und ich bin auch gegen grausame Massentierhaltung», sagt der Facebook-User zu «20 Minuten».

«Aber ich finde es einfach nicht okay, so penetrant zu sein und auch noch das Privateigentum zu bekleben.»

Jemand schreibt in den Kommentaren auf Facebook, dass er dasselbe Problem habe.

Hinzu komme, dass bei diesen Flyern und Aufkleber kein Absender auszumachen sei, sagt der Verfasser des Facebook-Posts. «Wenn man schon so etwas macht, sollte man mit Namen hinstehen.» Auf eine Anzeige wolle er verzichten, wie der Anwohner auf Anfrage sagt. Die Aufkleber hätten keinen Schaden hinterlassen, es sei aber mühsam gewesen, sie zu entfernen. Er hoffe, die Sache sei nun erledigt.

Aufmerksamkeit erregen, aber kein Eigentum beschädigen

Es sei legitim, mit plakativen Bildern Aufmerksamkeit zu schaffen, aber es sei nicht legitim, privates Eigentum zu beschädigen, sagt Julika Fitzi-Rathgen, Präsidentin des Tierschutzvereins Stadt St.Gallen und Umgebung. Sie distanziert sich klar von dieser Aktion. Sie sagt weiter:

«Ich denke nicht, dass man mit dieser Vorgehensweise Leute für sich gewinnt.»

Dennoch sei es wichtig, Tiertransporte oder die Massentierhaltung zu thematisieren sowie welchem Stress die Tiere dabei ausgesetzt sind.

Ebenso sei es nicht verkehrt, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie ein Schlachtvorgang funktioniere, wo das Fleisch herkomme und wie es produziert und verarbeitet werde. Plakative Sujets würden auch andere Gruppen oder Parteien verwenden, daran sei grundsätzlich nichts auszusetzen. Aber: «Wenn Kinder fast Angst kriegen, wenn sie die Post leeren, dann ist es sicher nicht der richtige Weg.» Der Tierschutzverein Stadt St.Gallen und Umgebung setze sich vor allem für Tiere in Not ein und sei weniger politisch aktiv.

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