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TIERSCHUTZ: Kanton Thurgau setzt Tierhalteverbote nicht durch

Ein weiterer Thurgauer Bauer soll sich schon jahrelang über ein Tierhalteverbot hinwegsetzen. Der Kommunikationschef des Kantons räumt ein, dass rechtskräftige Verbote in bestimmten Fällen nicht durchgesetzt werden.
Der Skandal-Hof in Hefenhofen wird geräumt. Der Besitzer konnte sich zuvor Jahrelang über ein Tierhalteverbot hinwegsetzen. Das soll im Thurgau kein Einzelfall sein. (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))

Der Skandal-Hof in Hefenhofen wird geräumt. Der Besitzer konnte sich zuvor Jahrelang über ein Tierhalteverbot hinwegsetzen. Das soll im Thurgau kein Einzelfall sein. (Bild: ENNIO LEANZA (KEYSTONE))

Tierquäler Ulrich K. setzte sich in Hefenhofen jahrelang über ein Teiltierhalteverbot hinweg. Nach der Räumung seines Hofs sprachen die Thurgauer Behörden von einem Einzelfall. Nun wittert der "Blick" einen neuen Tierquälerei-Skandal: Im Bussnanger Weiler Reuti soll ein Bauer, der mit einem Tierhalteverbot belegt ist, rund 60 Kühe halten.

Vorgeworfen wurde dem Landwirt unter anderem, ohne Ausbildung Tiere enthornt und in mindestens einem Fall eine Kuh ohne Betäubung getötet zu haben. Ausserdem sei die tierärztliche Betreuung nicht sichergestellt und der Stall überbelegt gewesen. Für kranke und kalbende Tiere habe es keine separaten Abteile gegeben und die Wasserversorgung sei mangelhaft gewesen.

Gegen das Tierhalteverbot von 2010 kämpfte der Bauer bis vor Bundesgericht, wo er 2012 scheiterte. Mit seinem Rekurs gegen eine Hofräumung unterliegt er anderthalb Jahre später ebenfalls vor Bundesgericht, das Tierhalteverbot und die Vollstreckungsverfügung sind also rechtskräftig. In der Zwischenzeit hat der fehlbare Bauer seinen Hof allerdings an einen Neffen verpachtet. Dass der Hof scheinbar an einen Verwandten verpachtet wird, während der Beschuldigte den Hof weiter bewohnt, erscheint dem Bundesgericht aber missbräuchlich. Der "Blick" zitiert Anwohner, welche den neuen Pächter noch nie auf dem Hof gesehen haben wollen.

Der Leiter des Thurgauer Informationsdienst - der gegenüber dem "Blick" anstelle von Kantonstierarzt Paul Witzig und Regierungsrat Walter Schönholzer Auskunft gibt - räumt ein, dass im Thurgau mehrere rechtskräftige Tierhalteverbote nicht durchgesetzt worden sind. Dies geschehe, wenn sich die Bedingungen auf einem Hof zwischen dem Aussprechen des Tierhalteverbots und dem dazugehörigen Bundesgerichtsentscheid entscheidend verbesserten. Allerdings behalte man solche Höfe genau im Auge. (red.)

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