Tiefschlag
«Das ist schon sehr dreist!»: Ring von St.Galler Boxclub verschwunden

Das sieben mal sieben Meter grosse Gestell des Rings vom St.Galler Boxclub sollte am Samstagabend zum ersten Mal seit über einem Jahr zum Einsatz kommen. Doch der Club muss auf eine Alternative ausweichen, denn der Ring ist weg.

FM1 Today
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Das Box-Meeting konnte mit einem ausgeliehenen Ring trotzdem durchgeführt werden.

Das Box-Meeting konnte mit einem ausgeliehenen Ring trotzdem durchgeführt werden.

Bild: Janina Gehrig

«Wie viel Mut braucht es, einem über 90-jährigen Boxclub den Ring zu entwenden, wenn die Präsidentin des Clubs Polizistin ist?», heisst es auf der Webseite des St.Galler Boxclubs. Besagte Präsidentin, Géraldine Brot, wollte am Samstagabend ein Box-Meeting in der Alten Kreuzbleiche durchführen. Den Boxring hatte sie bei der Tribüne des Gründenmoos deponiert. Doch am Samstagmorgen stellte sie fest: Der Ring ist weg.

So sieht das Gestänge aus, das abhandengekommen ist.

So sieht das Gestänge aus, das abhandengekommen ist.

zvg

Unmöglich, dass nur eine Person dahinter steckt

«Heute Morgen wollten wir frohen Mutes unseren Boxring aufladen. Wir haben dann festgestellt, dass das Gestänge des Rings spurlos verschwunden ist», sagt Géraldine Brot. Es seien massive Eisenstangen, welche den Ring tragen. Unmöglich, dass diese eine Person alleine weggetragen hätte, so Brot: «Es braucht mindestens zwei Personen und einen Lastwagen, mit dem man sie transportieren kann. Was man mit so einem Gestänge anfangen will, kann ich mir aber nicht vorstellen.»

Géraldine Brot, Präsidentin des Boxclubs St.Gallen und Polizistin.

Géraldine Brot, Präsidentin des Boxclubs St.Gallen und Polizistin.

Bild: Janina Gehrig

Wie und warum das Gestänge weggekommen ist, kann die Boxclub-Präsidentin und Polizistin nicht sagen: «Vielleicht ist es bei einer Aufräumaktion passiert und jemand hat die Stangen zum Alteisen gebracht.» Wegen der Corona-Restriktionen habe es vom Boxclub seit über einem Jahr keinen Anlass mehr gegeben, bei welchem die Stangen gebraucht worden wären. «Wir hatten also nicht unter Kontrolle, wann der Ring entwendet wurde.»

Absagen oder Alternative auftreiben

Am Samstagabend waren mehrere Boxkämpfe unter Amateurboxern in der Alten Kreuzbleiche angesagt. Doch ohne Ring kein Kampf. Die Clubpräsidentin musste also handeln. «Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder ich treibe einen Boxring bei einem anderen Verein auf oder ich sage das ganze Meeting ab», sagt Géraldine Brot. Zum Glück für den Club hat sich Brot für die erste Variante entschieden. «Wir wollten die Veranstaltung durchführen und nicht so kurzfristig absagen.»

Dank des ausgeliehenen Rings konnte der Anlass am Samstag dennoch stattfinden.

Dank des ausgeliehenen Rings konnte der Anlass am Samstag dennoch stattfinden.

Bild: Janina Gehrig

Auf Dauer ist ein ausgeliehener Ring aber keine Lösung für einen Boxclub. Ein neuer muss her – und das kostet. «Wir rechnen mit 20'000 bis 30'000 Franken. Dieses Geld haben wir aber nicht direkt verfügbar», sagt Brot. Deshalb hoffe man auf Sponsoren und allenfalls Geld von der Versicherung. Auf der Website des Boxclubs wurde kurzerhand eine Crowdfunding-Aktion gestartet.

Der Club machte seinem Ärger am Meeting Luft.

Der Club machte seinem Ärger am Meeting Luft.

Bild: Janina Gehrig

«Keine grossen Hoffnungen, dass er wieder auftaucht»

Und wird es wegen des verschwundenen Rings eine Anzeige gegen Unbekannt geben? «Das müssen wir uns überlegen. Etwas werden wir sicher machen», sagt die Polizistin. Ein Wiedersehen mit dem alten Ring, schliesst sie aber aus: «Ich habe keine grossen Hoffnungen, dass er wieder auftaucht. Es ist schon sehr dreist!»

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