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Thurgauerlied steht im Lehrplan

Statt Französisch lernen die Thurgauer Schülerinnen und Schüler in der Primarschule künftig das Thurgauerlied. So sieht es der neue Lehrplan Volksschule Thurgau vor. Gestern wurde er in Vernehmlassung geschickt.
Michèle Vaterlaus
Grossandrang: Medien aus der Deutsch- und Welschschweiz interessierten sich für den Lehrplan Thurgauer Volksschule. (Bild: Reto Martin)

Grossandrang: Medien aus der Deutsch- und Welschschweiz interessierten sich für den Lehrplan Thurgauer Volksschule. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Das Medieninteresse war gross: Radio-und Fernsehvertreter aus der ganzen Schweiz waren gestern im Regierungsgebäude des Kantons Thurgau. Doch was Regierungsrätin Monika Knill zu sagen hatte, war eigentlich nichts Neues: Das Französisch auf Primarstufe wird aus dem Thurgauer Lehrplan gekippt. Das hat der Grosse Rat bereits im August 2014 beschlossen. Nun wird dieser Entscheid mit dem neuen Lehrplan 21 – der im Thurgau Lehrplan Volksschule Thurgau heisst – umgesetzt. Gestern haben Erziehungsdirektorin Monika Knill, Beat Brüllmann, Chef des Amtes für Volksschule, und Sandra Bachmann, Gesamtprojektleiterin des Lehrplans Volksschule Thurgau, den neuen Lehrplan vorgestellt.

14 statt 10 Lektionen

Erstmals wurde konkret ausformuliert, wie sich die Lektionenzahl des Französischunterrichts in Zukunft gestaltet. Die Abschaffung des Frühfranzösisch' hat zur Folge, dass die Thurgauer Schülerinnen und Schüler auf der Stufe Sek I mehr Französischlektionen haben. Statt wie bisher 10 Wochenlektionen werden es – zusammengezählt über die drei Jahre – 14 Lektionen sein. So haben die Schüler am Ende der obligatorischen Schulzeit gleich viele Französischlektionen, wie sie es im alten Lehrplan hatten. Damit verstosse der Thurgau nicht gegen den Sprachenkompromiss aus dem Jahr 2006, wie Monika Knill sagt. «Bereits der Begriff Kompromiss beinhaltet ja, dass der Vielfalt der Kantone Rechnung getragen wird. Verschiedene Wege führen zum Ziel. Wir wählen einen anderen Weg als die meisten Kantone.» Sie betont, dass der Kompromiss keine gesetzliche Vorgabe sei. «Er steht daher nicht über einem Entscheid des Grossen Rates.» Und dieser hat 2014 entschieden, das Frühfranzösisch abzuschaffen.

Mehr Thurgau-Spezifisches

Die Thurgauer Schüler haben in der Oberstufe nicht nur wegen der Französischlektionen mehr Unterricht. Über die drei Jahre gesehen, haben sie 106 Lektionen pro Woche statt wie bisher 98. Das kommt daher, dass unter anderem künftig auch die Fächer «Medien und Informatik» und «berufliche Orientierung» auf der Stundentafel stehen. Damit reagiere man auf Ansprüche der heutigen Zeit. Genau gleich wie bisher bleibt die Lektionenzahl in der Primarschule gleich.

Etwas Besonderes beinhaltet dort der Lehrplan zum Musikunterricht. Die Schüler müssen das Thurgauerlied lernen. Das ist eine der Anpassungen, die Thurgau-spezifisch sind. Begründet wird dies in der Medienmitteilung des Kantons damit, dass die musikalische Förderung im Thurgau eine grosse Bedeutung geniesst. Lerninhalte mit Bezug zum Thurgau gibt es aber noch andere, beispielsweise zu Überschwemmungen der Thur oder zum Verhalten beim Schwimmen in der Thur. Neu im Lehrplan sind übrigens auch Basisanforderungen im Schwimmen, die vermittelt werden müssen. Deren Erarbeitung sei auch an Schulen möglich, die nicht regelmässig ein Hallen- oder Freibad nutzen können.

Viel Übereinstimmung

Bei der Vorstellung betonte Projektleiterin Sandra Bachmann, dass der Thurgauer Lehrplan zu 98 Prozent mit der Vorlage des Lehrplans 21 übereinstimme. Monika Knill sagte, dass Lesen, Schreiben und Rechnen weiterhin Priorität hätten und auch der Lehrer als Erfolgsfaktor weiterhin zentral sei.

Beat Brüllmann erläuterte die nächsten Schritte: Der Lehrplan geht nun in Vernehmlassung. Diese dauert bis zum 30. Juni. Im Herbst will der Regierungsrat den Lehrplan erlassen. In Kraft treten wird er im August 2017. Das Frühfranzösisch wird es jedoch erst ab August 2018 nicht mehr geben. Der Grund ist der Übergang einzelner Klassen vom alten zum neuen Lehrplan.

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