Thurgauer Raumplaner bremsen Bauboom

FRAUENFELD. Anderthalb Fussballfelder gross ist das landschaftlich reizvolle Tälchen, das eine Thurgauer Gemeinde zur Überbauung mit Einfamilienhäusern freigeben wollte. Im Juni 2012 beschloss der Gemeinderat, die 11 000 Quadratmeter im Richtplan als Siedlungsgebiet zu bezeichnen.

Drucken
Teilen

FRAUENFELD. Anderthalb Fussballfelder gross ist das landschaftlich reizvolle Tälchen, das eine Thurgauer Gemeinde zur Überbauung mit Einfamilienhäusern freigeben wollte. Im Juni 2012 beschloss der Gemeinderat, die 11 000 Quadratmeter im Richtplan als Siedlungsgebiet zu bezeichnen. Das kantonale Baudepartement verweigerte jedoch die Zustimmung. Die bestehenden Wohnzonen seien nur zu 78 Prozent überbaut.

Das Thurgauer Verwaltungsgericht wies eine Beschwerde der Gemeinde im April 2014 ab, wie dem kürzlich veröffentlichten Rechenschaftsbericht des Gerichts zu entnehmen ist. Die ungenannte Gemeinde gehört zu einer von 25, die im Richtplan als zentrale Orte in Entwicklungsräumen bezeichnet wurden; dazu gehören etwa Ermatingen, Wängi und Horn. Es handelt sich um die mittlere von drei Zentrenkategorien im Kanton. Zuoberst stehen zwölf kantonale und regionale Zentren, zuunterst neun zentrale Orte im ländlichen Raum.

Die Siedlungsentwicklung sei in erster Linie nach innen zu richten, so das Verwaltungsgericht. Die Gemeinde verfüge noch für 25 Jahre über Reserven, auch wenn sich das jährliche Wachstum der letzten zwanzig Jahre auf 30 verdopple. Flächen, die erst noch landschaftliche Qualitäten aufweisen und ausserhalb des überbauten Gebietes liegen, müssten nicht «offensiv zum Siedlungsgebiet geschlagen» werden. (wu)