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Thurgauer Raserfall: Nur wenige Fahrer erhalten ihr Auto nie mehr zurück

Das Auto des Rasers auf der Thurgauer Autobahn A7 wurde sichergestellt. Noch kann der Fahrer hoffen: In der Ostschweiz werden nur wenige Fahrzeuge eingezogen.
Laura Widmer
Mit diesem Seat Leon war der Fahrer auf der Autobahn A7 unterwegs. (Bild: Kapo Thurgau)

Mit diesem Seat Leon war der Fahrer auf der Autobahn A7 unterwegs. (Bild: Kapo Thurgau)

Ein in Baselland wohnhafter Deutscher war in der Nacht auf Dienstag mit 249 km/h über die Autobahn A7 gebrettert. Die Kantonspolizei Thurgau hielt ihn in der Nähe der Raststätte Kefikon an. Er wurde verhaftet und musste den Führerschein abgeben. Das Auto, ein Seat Leon ST, wurde von der Staatsanwaltschaft eingezogen.

Was passiert nun mit dem Fahrzeug? Es ist zu unterscheiden zwischen der Beschlagnahme und der definitiven Einziehung mit dem Endentscheid, also einem Strafbefehl oder einem Gerichtsurteil. Ein Fahrzeug kann als vorsorgliche Massnahme für die Dauer des Verfahrens beschlagnahmt werden, als Beweismittel oder im Hinblick auf eine Einziehung. Eine Einziehung erfolgt, wenn zu befürchten ist, dass der Beschuldigte mit dem Auto rückfällig wird.

Nur wenige Autos werden eingezogen

In Appenzell Ausserrhoden werden durchschnittlich zwei Fahrzeuge pro Jahr eingezogen, sagt Fritz Wüst, Verantwortlicher Strassenverkehrsdelikte bei der Ausserrhoder Staatsanwaltschaft. «Häufiger als Raser sind jedoch Personen betroffen, die ohne gültigen Fahrausweis unterwegs sind», sagt er.

Werde jemand über dem Tempolimit gemäss den Bestimmungen im Strassenverkehrsgesetz gestoppt, werde in jedem Fall das Auto zunächst beschlagnahmt.

«Ob es schlussendlich eingezogen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem geht es auch darum, ob weitere grobe Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz verhindert werden können.»

Eine Möglichkeit sei die Rückgabe an den Inhaber. Häufig sind die Autos jedoch geleast, «dann geht das Auto ans Unternehmen zurück.» Das sei jedoch nur möglich, wenn der Vertrag mit dem Fahrer gekündigt werde. Eine dritte Möglichkeit ist die Verwertung, also der Verkauf des Autos. «Unkosten und Bussen werden abgezogen, der restliche Betrag geht an den Inhaber.»

Kein einzelnes Kriterium entscheidet

Im vergangenen Jahr habe es im Kanton Appenzell Innerrhoden nur zwei Raserfälle gegeben, sagt der leitende Staatsanwalt Damian Dürr. Ob ein Auto eingezogen wird, hänge vom Einzelfall ab. Ein wegweisendes Kriterium wie ein Tempolimit oder das Automodell gebe es nicht.

Im Kanton St.Gallen gab es im vergangenen Jahr 38 abgeschlossene Fälle von groben Verkehrsregelverletzungen. Roman Dobler, stellvertretender Medienbeauftragter der Staatsanwaltschaft, weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass nicht nur krasse Missachtungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit in diesen Tatbestand fallen, sondern auch waghalsiges Überholen oder die Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen. Über die Zahl der eingezogenen Fahrzeuge führt die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen keine Statistik, ebenso wenig wie der Kanton Thurgau.

Beurteilung durch das Gericht

Wird ein Fahrer als Raser eingestuft, wird der Fall zwingend von einem Gericht beurteilt. Bei einer Tempoüberschreitung folgt ein Strafbefehl mit teils happigen Geldstrafen oder Bussen.

Welche Strafe der Fahrer von der A7 erhält und ob er er sein Auto zurückbekommt, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen. Er wurde von der Kantonspolizei Thurgau angehalten, die Strecke liegt aber auf Zürcher Gebiet. Aus diesem Grund verweist die Thurgauer Staatsanwaltschaft an ihr Pendant in Zürich.

Diese kann noch keine Angabe zum Einzelfall machen, wie sie auf Anfrage sagte; derzeit findet die formelle Fallübergabe statt. Es sei davon auszugehen, dass die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnen werde. Der Fahrer sei bekannt und geständig.

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