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Ermittlungen gegen Thurgauer Mafiazelle: Verfahren gegen eingebürgerten Schweizer eingestellt

Diverse Mitglieder der Thurgauer Mafiazelle sitzen inzwischen in Italien in Haft. Das Verfahren, das die Schweizer Bundesanwaltschaft gegen einen Verdächtigen aus Frauenfeld geführt hatte, wird jedoch eingestellt – mangels Beweisen.
Adrian Vögele
Ermittlungsvideo eines Mafiatreffens in Wängi. (Bild PD)

Ermittlungsvideo eines Mafiatreffens in Wängi. (Bild PD)

Die Thurgauer Zelle der kalabrischen Mafia, die vor einigen Jahren ausgehoben wurde, war in letzter Zeit vor allem ein Fall für die italienischen Gerichte: Diverse Mitglieder der Zelle sitzen inzwischen in Italien im Gefängnis. Anders verhielt es sich mit einem in Frauenfeld wohnhaften Mann, gegen den ebenfalls ermittelt wurde: Der eingebürgerte Schweizer konnte nicht nach Italien ausgeliefert werden, weil er gleich zu Beginn des Verfahrens auf seine italienische Staatsbürgerschaft verzichtete. Deshalb führte die Schweizer Bundesanwaltschaft das Verfahren gegen ihn wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation. Wie der «Sonntagsblick» schreibt, wurde dieses Verfahren per Ende Juni eingestellt.

Zwei Jahre lang observiert

Gemäss der rechtskräftigen Verfügung reichen die Hinweise nicht aus, um den Mann anzuklagen. Warum die Beweise nicht ausreichen, dazu äussert sich die Bundesanwaltschaft laut «Sonntagsblick» nicht. Die Einstellungsverfügung sei ein abschliessendes Dokument. Eine Genugtuung lehnte die Bundesanwaltschaft ab – einen Teil der Anwaltskosten des Frauenfelders übernimmt der Staat. Der Mann, der mit einer Schweizerin verheiratet ist, war von Januar 2010 bis Frühling 2012 observiert worden, teils auch im Ausland, etwa in Konstanz. Aus demselben Zeitraum stammen auch die bekannten Bilder der Überwachungskameras aus einem Boccia-Club in Wängi, wie der «Sonntagsblick» schreibt.

Drohungen von verurteilten Mafiosi?

Die Bundesanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen gegen die Mafiazelle im Jahr 2009 begonnen, die verdeckte Operation dauerte bis Juli 2012. Zwei Jahre später nahm die italienische Polizei zwei Anführer der Mafiazelle fest und publizierte das Überwachungsvideo aus dem Lokal in Wängi. In der Folge wurden die in der Schweiz wohnhaften Mitglieder der Mafiazelle nach Italien ausgeliefert – ausser der erwähnte Mann aus Frauenfeld. Dessen Anwalt zeigte sich gemäss «Sonntagsblick» froh über die Einstellung des Verfahrens. Allerdings sei sein Mandant deshalb von den verurteilten Mafiosi bedroht worden.

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