Thurgauer gesteht Mithilfe bei Millionenbetrug

Der in Konstanz wegen Beihilfe zum Millionenbetrug an mehr als 1000 Anlegern angeklagte 66jährige Rentner aus Tägerwilen hat gestern ein Geständnis abgelegt.

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KONSTANZ. Dafür stellte das Landgericht Konstanz nach Absprache eine Strafe zwischen 21 und 24 Monaten in Aussicht. Wie berichtet, soll der ehemalige Notar als rechte Hand eines 69jährigen Geschäftsmannes dessen Anlagebetrügereien unterstützt und mitgetragen haben.

Die Geschäfte sollen von einer Villa in Ermatingen aus getätigt worden sein, Sitz des Immobilienfonds war Konstanz. Den Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft Konstanz auf 8,5 Millionen Euro. Man geht davon aus, dass der flüchtige 69-Jährige einen Grossteil der veruntreuten Gelder beiseite geschafft hat. Sein Mitarbeiter beteuerte gestern, er habe den Chef nach der Immobilienkrise gewarnt und verlangt, die Immobilien neu zu bewerten. Dieser habe die Anleger jedoch weiter einzahlen lassen für Immobilien, die nichts mehr wert waren.

«Ich habe beschönigt, nicht gelogen», so der Angeklagte. Von den Machenschaften des Chefs habe er nichts gewusst. Wo das Geld geblieben ist, wisse er nicht; er sei selbst Opfer geworden. Letztendlich räumte er dann aber ein, den Betrüger wissentlich unterstützt zu haben. Die Urteilsverkündung ist für morgen geplant. (emv)