Thurgauer Bauern verlieren elf Millionen

Die Thurgauer Landwirte erhalten in diesem Jahr insgesamt zehn Prozent weniger Direktzahlungen. Das sind die Auswirkungen der neuen Agrarpolitik, die seit diesem Jahr in Kraft ist. Der Thurgau muss Abstriche hinnehmen, während Berggebiete bevorzugt werden.

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FRAUENFELD. Die Thurgauer Landwirte erhalten im laufenden Jahr deutlich weniger Direktzahlungen als noch 2013. «Im Thurgau werden für 2014 insgesamt Beiträge von rund 110 Millionen Franken ausgerichtet», schreibt der Regierungsrat in der Beantwortung einer Einfachen Anfrage von Kantonsrat Moritz Tanner (SVP, Winden). Gegenüber dem Vorjahr reduzieren sich die Direktzahlungen um elf Millionen beziehungsweise zehn Prozent. Grund der tieferen Beiträge ist die neue Agrarpolitik, die auf den 1. Januar 2014 in Kraft getreten ist.

Aufwand im Rahmen halten

«Die Reduktion trifft aber nicht alle Betriebe und auch nicht alle betroffenen Betriebe gleich stark», hält der Regierungsrat fest. Jeder Landwirt müsse für sich schauen, welche Massnahmen er in der Agrarpolitik 2014–2017 einleiten und umsetzten wolle und könne, sagt Markus Hausammann, Präsident des Thurgauer Bauernverbands. So verschieden die Landwirtschaftsbetriebe sind, so individuell müssen sie sich auf die Auswirkungen der neuen Agrarpolitik einstellen. Der Aufwand, um weiterhin von Direktzahlungen zu profitieren, müsse sich in einem vernünftigen Rahmen halten, sagt Hausammann. Ein Landwirt könne auch zum Schluss kommen, sich stattdessen auf seine Produktion zu konzentrieren und zu versuchen, mit Effizienz seinen Betrieb weiter zu optimieren. Denn es könne für einen Betrieb schwierig und aufwendig sein, sich auf die vielen neuen Bestimmungen und Massnahmen genau einzustellen, um keine Direktzahlungen zu verlieren.

Berggebiete bevorzugt

Dass nun zehn Prozent weniger Direktzahlungen in den Thurgau fliessen, erstaunt den Bauernpräsidenten aber nicht. «Die neue Agrarpolitik ist tendenziell auf die Berggebiete ausgerichtet», sagt Hausammann. Der Thurgau als Kanton mit grosser Produktion und intensiver Tierhaltung muss nun Abstriche von elf Millionen Franken machen. Auch wenn es sich abgezeichnet habe, dürften einige Landwirte in diesem Jahr über ihre Abrechnung erschrocken sein, sagt Hausammann. (sme.)