Saucen nach Mamas Rezepten

Der Inder Gurinder Chahal lebt seit 20 Jahren in der Schweiz. Er liebt seine neue Heimat und den Käse. Doch zum Käse isst er eine Spezialität aus der alten Heimat: Chutney. Er will auch die Schweizer auf den Geschmack bringen.

Urs Bänziger
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Angela Messerli und Gurinder Chahal zwischen Chutney-Gläsern. Drei- bis viermal in der Woche bereiten sie ihre Saucen zu. (Bild: Reto Martin)

Angela Messerli und Gurinder Chahal zwischen Chutney-Gläsern. Drei- bis viermal in der Woche bereiten sie ihre Saucen zu. (Bild: Reto Martin)

WEINFELDEN. Hausgemachtes Chutney ist Gurinder Chahal in die Wiege gelegt worden. «Meine Mutter hat praktisch täglich frische Saucen zubereitet. Ich bin mit Chutneys gross geworden.» Chahal stammt aus der Region Punjab in Indien. «In meiner Heimat wachsen viele Gewürze und Kräuter.» Von seiner Mutter hat er gelernt, würzige, süss-saure und scharf-pikante Saucen zu kochen.

Eine Natur voller feiner Düfte

Vor rund 20 Jahren ist Gurinder Chahal in die Schweiz gekommen. Er fühlt sich wohl hier. Er lebt mit seiner Freundin Angela Messerli in Weinfelden. Chahal gefällt das Landleben. «Es erinnert mich an Punjab. Auch dort ist die Natur voller feiner Düfte.»

Von seiner Heimat mitgenommen hat Gurinder Chahal das Chutneykochen. Lange hat er die Saucen nach den Rezepten seiner Mutter für den eigenen Gebrauch zubereitet. Je mehr Komplimente er aber von seinen Freunden und Bekannten für seine Saucen erhalten hat, umso mehr ist bei ihm der Entschluss gereift, Chutney unter die Leute zu bringen.

Eine Firma gegründet

Gurinder Chahal und Angela Messerli erinnern sich gerne an den 24. Dezember 2010. «An diesem Tag haben wir unsere Chutneys auf den Markt gebracht. Es waren sechs Sorten, und wir produzierten sie bei uns zu Hause in der Küche.» Inzwischen sind sechs weitere Sorten dazugekommen. Ihre Saucen vertreiben sie als Gurinder GmbH. Die Firma entwickle sich gut, sagt Chahal. «Es kommen immer mehr Kunden dazu.» Die Chutneys werden an Spezialitäten- und Lebensmittelgeschäfte in der Ostschweiz und im Raum Zürich geliefert.

Durch den Zuwachs der Kunden wurde es eng in der Küche in der Wohnung in Weinfelden. Seit September produziert die Gurinder GmbH die Saucen in der ehemaligen Käserei in Rothenhausen. «Hier haben wir genügend Platz, um zu expandieren. Auch von den Hygienevorschriften her sind die Räume ideal.» Drei- bis viermal in der Woche bereiten Gurinder Chahal und Angela Messerli ihre Chutneys zu. Eine Teilzeitmitarbeiterin hilft ihnen dabei.

Natürliche Zutaten

«Step by step», lautet die Philosophie von Gurinder Chahal und Angela Messerli. In diesem Jahr wollen sie ihr Sortiment mit weiteren Produkten ergänzen und den Kundenstamm ausbauen. Chahal ist zuversichtlich, dass sich seine junge Firma entwickeln wird. «Wer mal von unseren Chutneys gekostet hat, kann nicht mehr davon lassen.» Seine Chutneys schmeckten so gut wie die von seiner Mutter. «Neben überlieferten Rezepturen sind es die auserlesenen, natürlichen Zutaten, welche unsere Produkte auszeichnen. Wir benötigen weder Farbstoffe noch Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker. Alle unsere Chutneys sind rein vegetarisch und haben einen hohen Früchte- und Gemüseanteil.»

«Crazy Carrots», «Magic Peperoni», «Fruits Inspiration»: die Gurinder-Chutneys haben exotische Namen. Neben Gemüse und Früchten sind sie mit einer Vielfalt an Gewürzen angereichert.

Aromen zur Entfaltung bringen

«Das Geheimnis liegt nicht nur in der grossen Auswahl an Gewürzen, sondern vor allem darin, sie sorgfältig aufeinander abzustimmen und beim Kochen so zu behandeln, dass ihr Aroma zur vollen Entfaltung kommt.»

Er sei ein Inder, der Käse über alles liebe, sagt Chahal. «Meine Chutneys passen aber nicht nur zu Raclette und Fondue, sondern auch zu Fleisch, Fisch, Sandwichs oder Apérohäppchen.»