«Weinfelder wollen kein Chaos»

WEINFELDEN. Gemeindeammann Max Vögeli will über eine Fussgängerzone in Weinfelden nicht mehr diskutieren – selbst wenn eine autofreie Altstadt an anderen Orten ein grosses Thema ist. Die Zentrumsgestaltung sei abgeschlossen, sagt er.

Esther Simon
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Der untere Teil der Rathausstrasse in Weinfelden: Parkierte Autos und Fussgänger teilen sich den Raum. (Bild: Reto Martin)

Der untere Teil der Rathausstrasse in Weinfelden: Parkierte Autos und Fussgänger teilen sich den Raum. (Bild: Reto Martin)

Fussgängerzonen polarisieren. Das zeigen die gegenwärtigen Diskussionen über autofreie Einkaufszonen in Frauenfeld und anderen Schweizer Städten deutlich. Ist eine Fussgängerzone auch ein Thema in Weinfelden – auf der unteren Rathausstrasse zum Beispiel? Gemeindeammann Max Vögeli winkt ab. Er sieht keinen stichhaltigen Grund, die Diskussion über eine Fussgängerzone in Weinfelden neu zu eröffnen. «Das Verkehrsregime sowie die Gestaltung der Plätze und Strassen im Zentrum sind das Resultat einer mehrjährigen politischen Diskussion», sagt er auf Anfrage der Thurgauer Zeitung.

«Bereits Ende der 1990er-Jahre hat es dazu verschiedene Volksabstimmungen gegeben.» Mit der Sanierung der Rathausstrasse im letzten Jahr habe nun die Zentrumsgestaltung abgeschlossen werden können.

Ein Gesamtkonzept

«Die Gestaltung des Zentrums ist ein Gesamtkonzept, das zwar gegenseitige Rücksichtnahme erfordert, aber Platz für alle bietet. Vor allem für die Fussgänger gibt es mit den Trottoirs, Passagen und Plätzen grosszügige Bewegungsflächen.»

Mit einer zentralen Tiefgarage und oberirdischen Parkplätzen entlang der Strassen und auf dem westlichen Marktplatz sei auch die Parkierung sehr kundenfreundlich gelöst. Sämtliche Sanierungsabschnitte im Zentrum, insbesondere die Anzahl und Anordnung der Parkplätze, seien in enger Absprache mit dem Gewerbe und den Detaillisten erfolgt, sagt der Gemeindeammann. Wegfallende Parkplätze bei Einführung einer Fussgängerzone wären denn auch die grösste Sorge einiger Detaillisten. «Als man ein Jahr lang auf dem Marktplatz nicht mehr parkieren konnte, habe ich 25 Prozent weniger Umsatz gemacht», sagt ein Ladenbesitzer. Die heutige Zentrumsgestaltung sei das Ergebnis des politischen Willens und eines demokratischen Verfahrens, betont der Gemeindeammann: «Auch im Gemeindeparlament sind alle Projekte diskutiert und letztlich bewilligt worden.» Deshalb gebe es seiner Ansicht nach keinen stichhaltigen Grund, die Diskussion neu zu eröffnen.

Probleme an einem andern Ort

«Auch einzelne Strassenzüge oder -abschnitte autofrei zu gestalten, würde wieder neue Probleme schaffen», ist Max Vögeli überzeugt. «Jede Sperrung verlagert nämlich den Verkehr an einen anderen Ort. Beim Verkehr ist es bekanntlich wie mit dem Wasser, es wählt seinen eigenen Weg. Und lässt man dies zu, hat man irgendwann ein Chaos. Das will der Gemeinderat nicht und die Weinfelder Bevölkerung erst recht nicht.»

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