Keine Antenne im Dorfkern

WIGOLTINGEN. Der Gemeinderat von Wigoltingen hat das Baugesuch von Orange für eine Mobilfunkanlage abgelehnt. Er machte bei seinem Entschluss den Ortsbildschutz geltend. Orange schliesst nicht aus, nach einem alternativen Standort zu suchen.

Urs Bänziger
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Auf dem Dach dieses Mehrfamilienhauses an der Poststrasse in Wigoltingen wollte Orange die Mobilfunkantenne bauen. (Bild: Stefan Beusch)

Auf dem Dach dieses Mehrfamilienhauses an der Poststrasse in Wigoltingen wollte Orange die Mobilfunkantenne bauen. (Bild: Stefan Beusch)

Die Gegner haben den Kampf gewonnen. Orange baut keine Mobilfunkantenne auf dem Dach des Mehrfamilienhauses an der Poststrasse 10 in Wigoltingen. Die Opposition im Dorf gegen dieses Vorhaben war gross. Bei der ersten Bauauflage seien über 200 Einsprachen eingegangen, sagt Frau Gemeindeammann Sonja Wiesmann. Auch bei der zweiten Auflage sah sich der Gemeinderat mit über 30 Einsprachen konfrontiert.

Auf Hausdach im Dorfkern

Der Gemeinderat ist auf die Bedenken in der Bevölkerung eingegangen und hat das Baugesuch von Orange abgelehnt. Er begründet den Entscheid mit dem Ortsbildschutz in Wigoltingen. «Die Antenne wäre auf einem Hausdach im Dorfkern erstellt worden, in der Umgebung von schützenswerten Häusern. Das konnte der Gemeinderat nicht zulassen», sagt Sonja Wiesmann. Vor allem Anwohner wehrten sich gegen die geplante Mobilfunkantenne. Ihr Einwand bezog sich aber nicht nur auf den Ortsbildschutz, sondern vor allem auf die Strahlungen. In der Nähe des Standorts an der Poststrasse befindet sich auch ein Kindergarten.

Angst vor Strahlungen

Ängste von Einwohnern, die durchaus verständlich seien, aber bei der Beurteilung des Baugesuchs nicht entscheidend gewesen seien, erklärt Wiesmann. Denn die Strahlenwerte hätten sich im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften bewegt.

Nachdem die erste Baueingabe überarbeitet wurde und auch gegen die Neuauflage der Widerstand in der Bevölkerung von Wigoltingen gross war, hatte sich der Gemeinderat auf ein langwieriges Verfahren eingestellt. Orange hätte gegen den Beschluss der Behörde beim Kanton Rekurs einlegen können, hat aber darauf verzichtet und die Rekursfrist verstreichen lassen. «Das hat den Gemeinderat doch etwas überrascht», sagt Sonja Wiesmann.

Nichts mehr von Orange gehört

Den Einsprechern und Gegnern der Mobilfunkantenne ist es recht so. Doch ob damit das Thema endgültig vom Tisch ist, kann Frau Gemeindeammann nicht sagen. Sie hat von Orange nichts mehr gehört und weiss nicht, ob der Mobilfunkanbieter seine Pläne damit begraben hat oder vielleicht nach einem anderen Standort sucht. «Wenn dem so ist und nochmals ein Baugesuch eingereicht wird, müsste der Gemeinderat neu beurteilen.»

Aus strategischen Gründen

Die «Thurgauer Zeitung» hat bei Orange nachgefragt und dabei Folgendes erfahren: «Unser Unternehmen hat aus strategischen Gründen auf einen Rekurs verzichtet. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass wir in der Region einen alternativen Standort suchen werden», sagt die Mediensprecherin des Mobilfunkanbieters, Therese Wenger.