«Es braucht jetzt keine Änderung»

Gemeindeammann Max Vögeli ist mit der Belebung, der Verkehrs- und Parkiersituation im Weinfelder Zentrum zufrieden. In der Antwort auf die Interpellation «Zentrumsförderung» von Kathrin Alder verteidigt er den eingeschlagenen Weg.

Mario Testa
Drucken
Teilen
Gemeindeammann Max Vögeli begründet seine Interpellations-Antwort in seinem Büro. (Bild: Mario Testa)

Gemeindeammann Max Vögeli begründet seine Interpellations-Antwort in seinem Büro. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Wenig Leben, kaum bezahlbare Wohnungen für Junge und dafür viel zu viele Autos. Katharina Alder prangert in ihrer Interpellation «Zentrumsförderung» sechs Punkte an, die ihr und den fünf mitunterzeichnenden Gemeindeparlamentariern am Weinfelder Zentrum nicht passen. Gemeindeammann Max Vögeli hat nun auf die Interpellation geantwortet. Er sieht die Gemeinde nicht im Zugzwang. «Die Ist-Situation mit Verkehrsregime sowie der Gestaltung der Plätze und Strassen ist das Resultat eines langen politischen Prozesses», sagt er. Unter anderem habe es drei Volksabstimmungen gegeben, die dazu führten, dass der Marktplatz zur Hälfte ein Parkplatz sei, es einen Gestaltungsplan für das Gebiet Rössli-Felsen gebe und auf der Frauenfelderstrasse Einbahnverkehr herrsche. «Wir haben eine aufs Dorf zugeschnittene Lösung. Es braucht jetzt keine Änderung.»

Autos fahren nicht zu schnell

Eine Tempo-20-Zone, wie sie Kathrin Alder für das Zentrum fordert, sei nicht nötig, findet Vögeli. «Wir haben an der Rathausstrasse Geschwindigkeitsmessungen gemacht. 85 Prozent aller Autos fahren im Schnitt sogar nur 25 km/h. Es ist falsch, wenn behauptet wird, viele Autos seien zu schnell unterwegs.»

Auch die Forderung, dass das oberirdische Parkieren so verteuert wird, dass Autofahrer vermehrt das «leere» Felsenparking bei der Migros benützen, lehnt er vehement ab. «Die Tiefgarage ist sicher nicht leer, sie wird immer besser genutzt. Zudem hat ein runder Tisch mit den Gewerbetreibenden, Detaillisten und Anwohnern klar gezeigt, dass sie die jetzige Situation mit den Parkplätzen im Zentrum als gut einschätzen», sagt Vögeli. Er erhofft sich auch klare Vorgaben vom Kanton, wenn es darum geht, auch die Grosshändler in der Peripherie zur Bewirtschaftung ihrer Parkplätze zu zwingen. «Das Parkplatzreglement wird nach Vorgaben des Kantons im Zuge der Revision der Ortsplanung überarbeitet. Aber mit der Stunde gratis Parkieren im Zentrum haben wir für die Detaillisten gleich lange Spiesse zur Peripherie geschaffen.»

Neue Analyse schafft Klarheit

Analysen zur Lage im Weinfelder Zentrum seien schon zweimal gemacht worden. «Etwa alle zehn Jahre gab es eine solche Analyse, die letzte 2005. Im Zuge der anstehenden Revision der Ortsplanung haben wir erneut eine in Auftrag gegeben beim Netzwerk Altstadt aus Bern.»

Sehr viele Anlässe finden laut Max Vögeli im Zentrum heute schon statt. Von «wenig Leben» könne keine Rede sein. «Die Gemeinde bietet allen Weinfeldern Hand, die etwas unternehmen wollen beispielsweise auf dem Marktplatz – es ist aber nicht unsere Aufgabe, Feste zu veranstalten», sagt Vögeli. Und da sei es wie mit allem im Zentrum. «Es prallen hier so viele Interessen aufeinander – da braucht es Kompromisse. Es allen recht zu machen, geht einfach nicht.»

Aktuelle Nachrichten