Eine gute Visitenkarte von Weinfelden

WEINFELDEN. Am Samstagabend sendete das Schweizer Fernsehen live vom Rathausplatz. Bei der Sendung «SRF bi de Lüt - Live» bringen die Dorfbewohner grossen Einsatz für die Aufgabe. Die Gäste zeigten im Gespräch mit Moderator Nik Hartmann teilweise neue Facetten.

Mario Testa
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Die Weinfelder pressten über 50 Liter Most. Co-Moderatorin Annina Campell, Gemeindeammann Max Vögeli und Moderator Nik Hartmann beobachten, wie Monica Lingenhel die letzten Liter in den Ballon giesst. (Bild: Mario Testa)

Die Weinfelder pressten über 50 Liter Most. Co-Moderatorin Annina Campell, Gemeindeammann Max Vögeli und Moderator Nik Hartmann beobachten, wie Monica Lingenhel die letzten Liter in den Ballon giesst. (Bild: Mario Testa)

Das SRF lud zur grossen Show und gegen 2000 Gäste kamen. Die 200 Festbankgarnituren auf dem Rathausplatz sind gut besetzt, als Moderator Nik Hartmann am Samstag kurz nach 20 Uhr unter grossem Applaus auf die Bühne läuft und mit Blick in eine der vielen Kameras die Fernsehzuschauer begrüsst. «Was für ein toller Empfang – was für ein Wetterglück», beginnt er seine Moderation für die Sendung «SRF bi de Lüt – Live».

Benimmregeln fürs Publikum

Wenige Minuten zuvor stimmten er und Aufnahmeleiterin Gaby Schaad das Publikum auf die Sendung ein. «Applaudieren Sie ruhig den Gästen. Aber bitte winken Sie nicht in die Kameras und bleiben Sie sitzen», sagte Schaad. Hartmann ergänzte: «Seid auch sicher, dass neben euch die richtige Person sitzt – sonst kann das ganz schön Ärger geben. Beispielsweise wenn die Frau zu Hause im TV sieht, wie ihr Mann eine andere im Arm hält – hat's alles schon gegeben.»

Als die Sendung läuft, darf Gemeindeammann Max Vögeli die von den Fernsehmachern gestellte Aufgabe für die Gemeinde vorstellen. «50 Liter Most müssen die Weinfelder bis Ende der Sendung von Hand pressen, die Äpfel dazu selber mitbringen.» Die Mostpresse von Markus Möhl steht beim Farbbrunnen an der Frauenfelderstrasse, und schnell füllt sich der Platz.

Weinfelden meistert die Aufgabe

Jung und Alt steht mit Äpfeln in der Hand in der Schlange zur Presse, und bald ist klar: Die Aufgabe ist lösbar. Am Ende der Sendung haben die Helfer über 50 Liter Most gepresst.

Zuvor zeigt Reto Scherrer als Gast eine eher unbekannte Seite, als er seine Lieblingsplätze vorstellt. «Ich sitze gerne ganz allein in der Kirche und tanke Kraft», erzählt er. Martin Sax überrascht mit Aussagen zur Geschichte des Dorfs. «Früher tranken die Weinfelder sauren Most und Wein auch am Tag. Bei der Einweihung des Pestalozzi-Schulhauses im Jahr 1840 bekamen schon die Schüler eine Wurst und eine Flasche Wein.»

Den Bär in die Flucht gebrüllt

OL-Läufer Daniel Hubmann erzählt von einer Begegnung mit einem Bären in den Finnischen Wäldern. «Er hat gebrüllt, ich habe gebrüllt – dann haben wir uns in entgegengesetzter Richtung aus dem Staub gemacht.» Der Projektchor unter der Leitung von Samuel Curau zeigt darauf hin eine beschwingte Show und singt «Music was my first love». Eigenhof-Köchin Sabrina Bornhauser flechtet im Gespräch mit Nik Hartmann sogar noch eine Werbung ein für die Stedy Gewürze aus Weinfelden.

Ein kleiner Fehler unterläuft den SRF-Redaktoren, als sie in einem Beitrag über Tilsiter-Käse den Weiler Holzhof bei Bissegg einfach der Gemeinde Weinfelden zuschanzen.

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