Mit der Maus durchs Restaurant

HÜTTWILEN. Die Firma von Jürg Möckli in Hüttwilen erstellt Webseiten mit einem virtuellen Rundgang durch Räume und Etagen. Die Technologie dazu kommt von Google Street View.

Evi Biedermann
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Jörg Möckli vor dem Bildschirm, wo der Einstieg in einen virtuellen Gebäude-Rundgang zu sehen ist. (Bild: Evi Biedermann)

Jörg Möckli vor dem Bildschirm, wo der Einstieg in einen virtuellen Gebäude-Rundgang zu sehen ist. (Bild: Evi Biedermann)

HÜTTWILEN. Wie es wohl in der neuen Vinothek aussieht, die eben eröffnet hat? Oder im angesagten Coiffeursalon, von dem alle reden? Mit einem Klick auf die Webseite der Firma kann die Neugier in der Regel gestillt werden, denn Firmen präsentieren sich mit Bildern im Internet. Mit etwas Glück findet sich gar ein rotierendes Bild, das einen Raum aus der Rundum-Perspektive erlebbar macht. Meistens bleibt es jedoch bei gewöhnlichen Bildern, die einen Raum aus einem bestimmten Blickwinkel zeigen.

Durch Türen und über Treppen

Ein neuer Weg geht Jürg Möckli aus Hüttwilen mit seiner Firma MediaHeadz. Sie gestaltet Internetauftritte für Firmen mit einem virtuellen Rundgang, der durch die ganze Anlage führt. Da kann man durch Türen gehen, Treppen hochsteigen oder in die Gartenwirtschaft hinaustreten. Es ist fast, als wäre man direkt vor Ort. Man kann verweilen, wann und wo man möchte und näher an etwas herantreten. Dazu zoomt man das entsprechende Objekt einfach heran. «Die interaktive Indoor-Tour im Netz ist erst seit Juni möglich», sagt Geschäftsführer Jürg Möckli. Entwickelt habe sie Google respektive die Techniker von Google Street View.

Rundgang auf Google verlinkt

Die Technik werde von Google gratis zur Verfügung gestellt. Der Aufbau ist von Google genau vorgegeben. Die Technologie ist sehr umfangreich und die Aufnahmen dürfen nur von lizenzierten Fotografen erstellt werden. Genauso wie die Aufbereitung der Bilder und die Programmierung des virtuellen Rundgangs. Möcklis Firma, die seit über zehn Jahren Internet-Marketing-Lösungen erarbeitet, bietet das komplexe Angebot als Ganzes an. Hinzu kommt die Verknüpfung mit weiteren Google-Diensten. «Der virtuelle Rundgang erscheint auch in Google Search, Google Map und Google local», erklärt Möckli. Die Kosten für das gesamte Paket werden nach Aufwand und Kundenwünschen berechnet. Ab 500 Franken werden Aufnahmen mit ein bis zwei Räumen erstellt.

Den besten Tisch reservieren

Der Versuch zeigt: Es macht Spass, virtuell durch ein Geschäft zu stöbern, Spielsachen zu entdecken oder in der Vinothek gar die Preise zu lesen. Verlockend ist auch, sich vor dem nächsten Restaurantbesuch im Lokal umzusehen, den schönsten Tisch ausfindig zu machen und diesen dann zu reservieren. Und ganz nebenbei zu entdecken, dass da ja noch eine Spielecke für Kinder vorhanden ist.

Weit verbreitet ist der interaktive Rundgang im Internet allerdings noch nicht. Jürg Möckli sagt ihm eine gute Zukunft voraus. «Firmen können sich lebendig präsentieren, und Kunden können sich schnell und gezielt informieren.» Zudem helfe es möglichen Kunden, Schwellenängste abzubauen. «Alle haben etwas davon», erklärt Möckli.