Die Abenteuer eines Hasen

DIESSENHOFEN. Herbert Kopainig lebt und arbeitet seit 2007 als freischaffender Künstler in Diessenhofen. Nun präsentiert er erstmals seine «Panoptischen Weltreisen».

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Elias Wundersam, ein Hase, geht auf Expeditionsreise. (Bild: pd)

Elias Wundersam, ein Hase, geht auf Expeditionsreise. (Bild: pd)

Er ist ausgebildeter Künstler, nahm an vielen Gruppenausstellungen teil und erhielt Preise und Stipendien. Herbert Kopainig gibt erstmals umfassenden Einblick in sein aussergewöhnliches Lebenswerk. Die «Panoptischen Weltreisen» sind in zehn Areale, 30 Umwelten und 40 Werkzyklen unterteilt. Sie basieren auf einem architektonischen Modell als Gerüst einer Erzählschau.

Alter ego in der Wunderkammer

Ein Panopticum ist eine Wunderkammer oder ein Kuriositätenkabinett, in dem alles Gesammelte gleichwertig nebeneinander gezeigt wird. Kopainigs Konstruktionsprinzip geht auf das im 18. Jahrhundert entwickelte «Panopticon» von Jeremy Bentham zurück. Ein runder Gefängnisbau, der die perfekte Überwachung von einem zentralen Punkt aus ermöglichen sollte. Mit der Weltreise bringt Kopainig Abenteuer ins Spiel. Der Künstler schickt sein Alter ego, den Hasen namens Elias Wundersam, auf Expedition. In unbekannten Ländern sammelt der Hase neue Erkenntnisse, die als Forschungsresultate präsentiert werden. Kopainig gründete ein Institut, mit Hilfe dessen er Reisen organisiert und welches die Ergebnisse der Reisen auswertete. Der Künstler beschränkt sich für die Darstellung seiner Entdeckungsreisen nicht auf ein Medium, sondern arbeitet nach Art der Wunderkammern interdisziplinär. Die Reiseberichte werden als Texte, Fotos, Videoinstallationen, Audiosequenzen, Malereien oder Happenings inszeniert. Kopainig kreiert neue Erfahrungsorte und setzt utopische Modelle in reale Erlebnis-räume um, die der Besucher staunend durchwandern kann.

Ausstellung, Lesung und Vortrag

Die Werkschau wird im Museum «Kunst und Wissen» mit der Vernissage am 4. September ab 19.30 Uhr eröffnet und endet Ende November. Der Künstler liest aus seiner «Story wundersam» am 2. Oktober um 19.30 Uhr. Am 6. November um 19.30 Uhr spricht Markus Landert, Direktor Kunstmuseum Kartause Ittingen, «Von den Zwischenräumen in der Kunst von Kopainig und anderen». (red.)