Basislager für Kulturschaffende

SALENSTEIN. Die Salensteiner Kulturkommission zeigte an zwei Kulturtagen am Wochenende die ganze Vielfalt der lokalen Kunstszene in und um Salenstein. Von den Besuchern gab es ungewöhnlich viel Lob und echte Begeisterung.

Margrith Pfister-Kübler
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Die Besucher staunen über die aus Stein und Holz gefertigten Skulpturen. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

Die Besucher staunen über die aus Stein und Holz gefertigten Skulpturen. (Bilder: Margrith Pfister-Kübler)

«Wir müssen für Kultur nicht unbedingt nach Zürich», schwärmte Dominik Gügel, Direktor des Napoleonmuseums, nachdem er während Stunden die Vielfalt der Kulturtage auf sich hat einwirken lassen.

Die Veranstaltung mit grossem Potenzial zeige auch die Veränderung im ländlichen Raum, weg vom Zentrum. Eigentlich ist Salenstein ja kein Dorf mehr im traditionellen Sinn, so wie Hermann Hesse das noch beschrieb, sondern eher ein Satellit vom Grossraum Zürich, wies Gügel auf den Veränderungsprozess in der aus seiner Sicht noch einigermassen heilen Welt am See hin.

Kulturtage haben Zukunft

Er zeigte sich überzeugt, dass diese Kulturtage mit derzeit mehr als 25 Kunstschaffenden noch weiter professionalisiert werden, also eine Zukunft haben. Hörbar laut träumte er noch so vor sich hin: «Schön wäre es, wenn wir vom Kanton noch Ausstellungsräume im Arenenberg bekommen würden.» Salenstein zeigt es: Das unterschätzte dörfliche Kulturprogramm steigt auf die Bühne. Bei diesen Kulturtagen kam jeder auf seine Kosten. Das gesamte Programm war gratis. Wer sich weniger mit den einzelnen Kunstschaffenden auseinandersetzen wollte, der konnte an Podiumsgesprächen, Lesungen, Filmvorführungen und Bildhauerarbeiten teilnehmen.

Gemeindeammann Roland Streit strahlte: «Es ist eine Freude, zu sehen, was hier alles Schönes geschieht.» Er ist stolz darauf, dass die noch junge – vor rund einem Jahr gegründete – Kulturkommission, präsidiert von Gemeinderätin Ewa Zwick-Lopatto und verschiedenen Projektleitern, so grosse Anerkennung ernten darf. Ewa Zwick zur Integrationskraft Kultur: «Die intensive Zusammenarbeit hat sich gelohnt, selbst die Verpflegung ist grossartig. Essen ist auch Kultur.» Einen Anlass wie diese Kulturtage in allen Facetten – inklusive Gesang und Konzerten – beschreiben zu wollen, ist beinahe unmöglich. Dierk Maass, berühmter Herzchirurg und ausstellender Foto-Künstler: «Ich bin überrascht, wie multikulturell und vielfältig gut es hier ist.» Folgenden Künstlern war zu begegnen: Dagmar Egloff, Markus Fehr, Urs und Lene Knoblauch, Ruth Maria Kubitschek (sie war nur mit ihren Werken, aber wegen Dreharbeiten nicht persönlich anwesend), Christian Lippuner, Michael Prax, Klaus Rothe, Walter Widmer, Beatrice Meier, Sven Berger, Anna Erdin, Ursula Berke, Henning Hülsmeier, Jasmin Ilg, Dierk Maass, Peter Pfister, Chris Sigrist, Werner Stalder, Jens und Margit Komeda, Heidi Niederhäuser, Christa Gross, Gudrun Broziat, Heinz Berke, Martha Stadlmair, Andreas Lindegger, Bildhauer, und Gesang Reto Knöpfel, Alexa Vogel und Andrea Viaricci.

Schöne Welt erschaffen

Was lösen diese Kulturtage aus? Diese Frage wurde bei einem der Podien unter der Regie von Psychologe Adolf Schaniel gestellt. Hier erschafft, wer handelt, eine schöne emotionale Welt, aber man muss es tun, sagte Malerin Dagmar Egloff. Klaus Rothe mag Kritik, von jemandem, von dem man kritisiert werden möchte. «Wenn's richtig weh tut, hat der Kritiker recht…»

Die Salensteiner Turnhalle wird zur Kunsthalle für die Besucher.

Die Salensteiner Turnhalle wird zur Kunsthalle für die Besucher.