Schrepfer ist sehr enttäuscht

Die Verantwortlichen des NLB-Schlusslichtes HC Thurgau haben gehandelt und Headcoach Rolf Schrepfer per sofort entlassen. Dieser will einen gewissen Frust überhaupt nicht verbergen.

Ruedi Stettler
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Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: HCT-Headcoach Rolf Schrepfer ist gestern entlassen worden. (Bild: Mario Gaccioli)

Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: HCT-Headcoach Rolf Schrepfer ist gestern entlassen worden. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Der Verwaltungsrat sowie die Geschäftsleitung der Thurgauer Eishockey AG haben sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, Rolf Schrepfer, Headcoach des HC Thurgau, per sofort freizustellen. Das ist der erste Satz der Pressemitteilung von gestern kurz vor dem Mittag. Der Gefeuerte will seinen Frust gar nicht verbergen: «Ich muss aufpassen, was ich sage. Aber ich finde es wirklich schade, dass ich gehen musste. Das Team hat zuletzt mit Siegen über die zweitklassierten Visp und Langenthal und zuvor in Sierre doch aufsteigende Tendenz bewiesen.»

Ganz von ungefähr kommt aber die Entlassung auch für Schrepfer nicht: «Aber es ist schon befremdend, wenn die Meldung schon im Internet steht, bevor ich genau informiert wurde.»

Starke Leute kommen

Als Spieler Meister mit den ZSC Lions und Bern kennt der Neuling im NLB-Trainer-Metier die Gepflogenheiten bestens. Trotzdem fügt er an: «Jetzt kommen die Verletzten langsam zurück, und ich bin nicht mehr dabei. Ein Team mit Armin Helfer und neu Thomas Nüssli und Martin Wichser hat doch zusätzliche Substanz. Schon im letzten November haben wir gute Leistungen gebracht. Das wäre jetzt wieder der Fall gewesen. Einfach schade. Jä nu.» Nach der Heimniederlage gegen die GCK Lions Mitte Oktober hat Schrepfer damit gerechnet, gehen zu müssen: «Aber weil danach fast lauter starke Gegner kamen, hat man wohl davon abgesehen, mich zu entlassen.»

Der HCT-Geschäftsführer und Sportchef Roger Maier sieht das ein bisschen anders: «Viele kleine Details haben nun zum grossen Knall geführt. Wenn der Funken nicht springt, dann muss man handeln.» Maier hatte Schrepfer zum Headcoach gemacht, «weil ich mit einem Thurgauer Trainer den HC Thurgau wieder auf Vordermann bringen wollte. Das hat leider nicht funktioniert.»

In einem weiteren Satz der Mitteilung des HCT-Verwaltungsrates heisst es zudem: «Gemessen am Potenzial des Teams entsprach die Entwicklung der Thurgauer «Leuen», obwohl die Leistungen zwischenzeitlich positiv waren, in den letzten Monaten nicht mehr den Erwartungen, was die Verantwortlichen des HCT schliesslich zu diesem Schritt bewogen hat.»

Kontinuität fehlte

Ergänzend dazu hält der Presseverantwortliche Urs Tiefenauer fest: «Man darf sich nicht blenden lassen von einzelnen Erfolgen. Es hat ganz einfach die Kontinuität gefehlt, und es waren keine Fortschritte erkennbar. Jetzt musste man handeln, denn am 15. November steht uns daheim gegen die GCK Lions eine absolut wegweisende Partie bevor.»

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