Warten auf Wunschkandidaten

EISHOCKEY. Nach einer intensiven Woche auf dem Eis in Romanshorn hat sich HCT-Trainer Alex Stein sehr positiv über sein Team geäussert. Mit Ausnahme des zweiten Ausländers ist das Kader eigentlich komplett, nur der Wunschkandidat fehlt noch.

Ruedi Stettler
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In der kommenden NLB-Saison möchte der HC Thurgau seine Gegner vermehrt in die Knie zwingen. (Archivbild: Mario Gaccioli)

In der kommenden NLB-Saison möchte der HC Thurgau seine Gegner vermehrt in die Knie zwingen. (Archivbild: Mario Gaccioli)

Bereits zum zweiten Mal in dieser Vorbereitung haben die NLB-Akteure des HC Thurgau im EZO in Romanshorn trainiert. Und zwar sehr hart. Coach Alex Stein konnte sich ein verschmitztes Lachen nicht verkneifen: «Am Freitagmittag war bei allen der Tank leer.» Der Deutschkanadier attestiert seinen Burschen aber, dass sie sehr gut vorbereitet angetreten sind «und stets Vollgas gegeben haben». Während dieser Woche wurde auch in Sachen Schlittschuh-Technik viel geübt.

Tips bekamen die Thurgauer vom ehemaligen Eishockeyaner Martin Hänggi (Davos, Lausanne, Bülach, Uzwil, Herisau), der später auf Eisschnelllauf und Inline umsattelte. Mittlerweile ist der 44-Jährige eidgenössisch diplomierter Swiss Olympic Trainer und hat einiges zu bieten.

Nicht nur auf dem Eis

Stein war voll des Lobes über Hänggi: «Er hat nicht nur ein Power-Warm-up geboten, sondern auch die Einheiten neben dem Eis perfekt geleitet.» Bevor die täglich eineinhalb Stunden auf dem «Gletscher» absolviert wurden, standen die Spieler schon eine Stunde ausserhalb des Stadions unter seiner Aufsicht.

Im EZO fehlten Marc Charpentier (in Kanada), Thomas Nüssli und Ronny Keller (Ferien), Sven Trachsler (WK) sowie Sandro Zurkirchen und Patrick Zubler, beide trainieren beim EV Zug. Dafür war Goalie Zurkirchens Bruder Claudio (Stürmer) mit dabei. Erstmals unter Steins Fittichen stand auch der von Olten gekommene Verteidiger Patrick Bloch.

Oehninger als Gast

Geübt wurde auf dem Eis gleich mit vier Torhütern. Neben Paulo Ardizzone weilte als Gast vom EHC Winterthur der Frauenfelder Remo Oehninger im EZO. Wird er zu einem Thema, falls Zurkirchen zurück zu Zug berufen wird? Sportchef Roger Maier sieht das gelassen: «Mit Winterthur haben wir ein sehr gutes Einvernehmen. Würde der erwähnte Fall wirklich eintreffen, würden wir mit dem EHCW sofort das Gespräch suchen.» Im Oberthurgau zwischen den Pfosten standen auch Norman Meusy (Elite-Junioren) und Kim Wildhaber. Der schweizerisch-kanadische Doppelbürger Wildhaber machte einen guten Eindruck. Möglicherweise zeichnet sich für den 19-Jährigen ein Engagement bei der HCT-Elite ab.

Knieoperation Charpentiers

Noch immer offen ist beim HC Thurgau die zweite Ausländerposition. Alex Stein hat da glasklare Vorstellungen: «Ich möchte einen rechts schiessenden Center, denn wir haben im Team bisher keinen. Und natürlich muss er charakterlich absolut in Ordnung sein, damit er in unsere Mannschaft passt.» Noch aber hat der Vorstand des HCT das Geld für Steins Wunschkandidaten nicht freigegeben. Das stört den 40-Jährigen im Moment wenig: «Ich weiss, dass unsere Führung sehr seriös arbeitet. Besonders im Sommer ist es extrem schwierig, finanzielle Stellen anzuzapfen, um eine gezielte Verstärkung zu holen.»

Dass sich Charpentier in seinem Heimatland einer Knieoperation unterziehen musste, beunruhigt weder Stein noch Maier: «Wir haben das ja gewusst, dass ein Eingriff ansteht. Der 32-Jährige steht allerdings in Montreal wieder auf dem Eis.»

10 Tage in Toronto

Am Wochenende hat sich Stein für 10 Tage nach Toronto verabschiedet. Er verbringt dort zusammen mit seiner sonst in London arbeitenden Frau Ferien. Ein Abstecher nach England kam für Stein im hektischen Vorfeld der Olympischen Sommerspiele nicht in Frage. Am 4. Juli ist der Coach wieder zurück aus Übersee und wird stets am Mittwoch das Training der Mannschaft ganz genau beobachten. Ab dem 1. August steht dann in der Weinfelder Güttingersreuti bereits wieder eigenes Eis zur Verfügung.

In den insgesamt 12 Vorbereitungspartien (darunter sind auch zwei Turniere in Landshut und Romanshorn) will man ab dem 7. August vor allem auch dem talentierten Nachwuchs viel Einsatzzeit gewähren. HCT-Geschäftsführer Roger Maier freut sich, dass hochkarätige Gegner zu den Testpartien gewonnen werden konnten: «Da zahlen sich die guten Beziehungen für einmal aus.» Nebst Zug und Rapperswil konnten zudem Meisterschaftskonkurrenten wie Olten, GCK Lions, Visp und Basel als Sparring-Partner gewonnen werden.