Mit einem Birdie zum Profi

GOLF. Dass er im Herbst seinen Amateurstatus abgeben und zu den Professionals wechseln würde, war für den 21jährigen Ermatinger Joel Girrbach schon seit Monaten klar.

Mirjam Fassold
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Der 21jährige Ermatinger Joel Girrbach hat grosse Pläne im Golfsport. (Bild: ky/ Ennio Leanza)

Der 21jährige Ermatinger Joel Girrbach hat grosse Pläne im Golfsport. (Bild: ky/ Ennio Leanza)

GOLF. Dass er im Herbst seinen Amateurstatus abgeben und zu den Professionals wechseln würde, war für den 21jährigen Ermatinger Joel Girrbach schon seit Monaten klar. Nach einer glänzenden Karriere bei den Junioren und Amateuren, in deren Verlauf er unter anderem die internationalen finnischen Meisterschaften 2013 und einmal die Thurgauer Meisterschaften gewinnen konnte, sowie einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann, würde er sein Hobby zum Beruf machen.

Das Ende der Amateurkarriere

Welches sein letztes Turnier mit Amateurstatus sein würde, entschied das Mitglied des GC Lipperswil erst vor wenigen Wochen, als die Einladung zum Omega European Masters in Crans eintraf: Ein Auftritt bei seinen künftigen Arbeitskollegen von der European Tour als Abschluss einer kurzen, aber steilen und erfolgreichen Amateurkarriere. Girrbach gestaltete diesen Abschied so spektakulär wie möglich. In der zweiten Runde schlug er auf der 18. Spielbahn den Ball mit dem zweiten Schlag kurz hinter die Fahne, von wo dieser mit Backspin zurückrollte und Zentimeter neben dem Loch liegen blieb – das Eagle knapp verpasst. «Immerhin ein Birdie zum Abschluss», resümierte der Thurgauer nach verpasstem Cut. Und gestand: «Auf den letzten Löchern liess sich der Gedanke, dass dies mein letzter Auftritt als Amateur ist, nicht mehr wegschieben.» Ein wenig Wehmut kam zum Abschied doch auf.

Der «brutale» Weg

Seine Zukunft sieht Joel Girrbach auf der European Tour. Los geht's in gut zwei Wochen in Bogogno (Italien), bei der ersten Stage der Q-School. Am Ende der dreistufigen Qualifying-School erhalten 25 Spieler eine Spielberechtigung für die European Tour 2015, 40 weitere qualifizieren sich für die Challenge Tour. Rund 1000 Golfer stellen sich der Herausforderung. Girrbach ist zuversichtlich, obwohl dieser Weg «brutal» sei: «Es braucht 14 Runden Spitzengolf, man darf sich keine Patzer erlauben.»

Der Thurgauer ist bereit: «Crans hat mir gezeigt, dass mein Golfspiel genügt, um auf der Tour mithalten zu können.» Der 21-Jährige weiss auch, welche Fehler ihm bei der Q-School nicht unterlaufen dürfen: «Ich bin heuer mehrfach wegen eines einzigen schlechten Lochs gescheitert.» In Crans war es die zwölfte Spielbahn, auf welcher sein Ball am Freitag im Wasser landete und daraus ein Triple-Bogey resultierte. «Ich werde das analysieren und daran arbeiten.»

Was, wenn Girrbach die Tourkarte nicht auf Anhieb erhält? «Einen Plan B gibt es nicht. Sollte es nötig werden, entscheide ich kurzfristig, auf welcher Third-Level-Tour ist spiele.» Fünf Jahre will er sich Zeit geben, sich im professionellen Golfsport zu etablieren. Er arbeitet weiterhin mit seinem Coach Andrea Mantoan zusammen, der ihn seit frühester Jugend begleitet hat.

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