Keine Antennen im Zentrum

TÄGERWILEN. Sunrise und Orange suchen derzeit neue Standorte für Mobilfunkantennen in Tägerwilen. Der Gemeinderat möchte dabei ein Wörtchen mitreden und will verhindern, dass solche Anlagen im Wohngebiet erstellt werden.

Nicole D'orazio
Drucken
Teilen
Wird abgerissen: Landwirtschaftlicher Betrieb an der Hauptstrasse 17 in Tägerwilen mit den Mobilfunkantennen auf dem Silo. (Bild: Cathrin Michael)

Wird abgerissen: Landwirtschaftlicher Betrieb an der Hauptstrasse 17 in Tägerwilen mit den Mobilfunkantennen auf dem Silo. (Bild: Cathrin Michael)

Ein Mobiltelefon besitzt heute fast jeder, doch die dazugehörigen Antennen sorgen immer wieder für Gesprächsstoff und Ärger. Möglich, dass dies in Tägerwilen bald der Fall sein wird. Denn die Mobilfunkbetreiber Orange und Sunrise suchen aktiv nach neuen Standorten und haben bereits Hausbesitzer kontaktiert – solche mitten im Wohngebiet und nahe zur Schule. Doch um allfällige Diskussionen und Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, hat der Gemeinderat in der «Tägerwiler Post» sowie auf der Gemeinde-Webseite die Bevölkerung dazu aufgerufen, vor einer Vertragsunterzeichnung den Gemeinderat zu kontaktieren.

«Wir möchten mitentscheiden, wo neue Antennen erstellt werden sollen», begründet Gemeindeammann Markus Thalmann. «Gemeinderäte sind von Leuten, die von den Anbietern kontaktiert wurden, angesprochen und um Rat gefragt worden.»

Am Rande des Dorfes

Der Gemeinderat hätte Vorstellungen, wo man den Mobilfunkanbietern bezüglich Standorten Hand bieten könnte, zum Beispiel bei der Kläranlage. «Dieser Vorschlag war den Unternehmen allerdings nicht gut genug», so Thalmann. «Doch im Wohngebiet wollen wir keine Antennen.» In einer grossen Stadt sei dies nicht zu vermeiden. Aber Tägerwilen sollte auf dem Vorteil beharren, dass man solche Installationen am Rand des Dorfes plazieren könne.

Sunrise und Orange bestätigen, dass sie auf der Suche nach einem neuen Standort sind und diesen wahrscheinlich gefunden haben. «Wir benötigen einen Ersatz für die Antenne an der Hauptstrasse 17, da das Gebäude abgerissen wird», teilt Sunrise-Mediensprecher Roger Schaller schriftlich mit. An der Lohstampfestrasse 13 möchten die Mobilfunkbetreiber gemeinsam den Ersatz erstellen. Dafür sei ein Verfahren am Laufen, so Schaller. Dies wird auch von Orange bestätigt.

Nicht nur eine, sondern zwei

«Um den stetigen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, besteht für Sunrise aktuell ein zusätzliches Bedürfnis im Osten der Gemeinde», schreibt Schaller weiter. Orange hingegen sucht keinen weiteren Standort, wie Marie-Claude Debons von der Medienstelle bestätigt.

Wie lukrativ ein Vertrag zwischen Hausbesitzern und den Unternehmen ist, wollten weder Sunrise noch Orange verraten. Die Verträge seien vertraulich. Klar sei, dass die Vereinbarungen langfristig seien, so Debons.