Über 500 Personen unterschreiben gegen eine weitere Hochhausantenne

KREUZLINGEN. Zwei Mobilfunkbetreiber sind hier bereits präsent. Nun will der dritte und grösste – die Swisscom – ebenfalls eine Sendeanlage auf dem Hochhaus Freiegg errichten.

Urs Brüschweiler
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Auf dem Dach des Hochhauses Freiegg befinden sich bereits Mobilfunkantennen. (Bild: Urs Brüschweiler)

Auf dem Dach des Hochhauses Freiegg befinden sich bereits Mobilfunkantennen. (Bild: Urs Brüschweiler)

KREUZLINGEN. Zwei Mobilfunkbetreiber sind hier bereits präsent. Nun will der dritte und grösste – die Swisscom – ebenfalls eine Sendeanlage auf dem Hochhaus Freiegg errichten. Die Swisscom hatte ein Baugesuch für eine Antenne auf dem Dach des mit knapp 60 Meter höchsten Gebäudes der Stadt eingereicht (unsere Zeitung berichtete). Bis am 30. Mai lag es bei der Kreuzlinger Bauverwaltung öffentlich zur Einsicht auf. Zwei Einsprachen seien dazu eingegangen, gibt Bausekretär Jean-Marc Vannier auf Anfrage bekannt. Bei einer handle es sich um eine Sammeleinsprache.

Das Thema bewegt die Leute

525 Personen haben sie unterschrieben. Diese Namen habe man innert etwa zehn Tagen zusammengetragen, sagt Stefan Zbornik, Präsident des Vereins «strahlungsfreies Kreuzlingen». «Allein diese hohe Zahl zeigt, dass es viel Entrüstung über das Vorhaben gibt und dass es brodelt in der Bevölkerung», sagt Zbornik. Aus den vielen Bemerkungen und Notizen auf den Unterschriftenbögen habe er auch Unmut gegen die Untätigkeit des Stadtrats beim «Mobilfunk-Wildwuchs» ausgemacht.

Mitgeholfen bei der Unterschriftensammlung hat auch Franziska Bürgi. Ihr Floristik-Geschäft «Blumenraum» befindet sich direkt vis-à-vis des Hochhauses Freiegg. «Die Antenne bewegt die Anwohner sehr», erzählt sie. Jeden Tag seien Leute in ihren Laden gekommen und hätten mit ihr darüber gesprochen und sich auch für ihren Einsatz bedankt. «Ich habe gespürt, wie wichtig es den Leuten ist. Die meisten sind der Meinung, die bestehenden Mobilfunkanlagen reichen völlig aus.» Franziska Bürgi hat sich informiert. «Aufgrund der Nutzungszahlen ergeben immer mehr leistungsstarke Antennen gar keinen Sinn, weil die Handybenützer sowieso die meisten Downloads über lokale WLAN-Netze tätigen.» Insofern habe sie für einen weiteren Ausbau kein Verständnis. Viel mehr wünschte sie sich, dass Kreuzlingen sich als Vorreiterin und «funkarme Stadt» positionieren würde. Natürlich bewegen Franziska Bürgi die gesundheitlichen Aspekte von Strahlung. «Es gibt genügend Nachweise für die Schädlichkeit. Und es ist bekannt, dass Kinder, Tiere und auch Pflanzen besonders auf diese Einflüsse ansprechen würden», sagt sie.

Unterschriften aus Konstanz

Entsprechend wurde Franziska Bürgis Briefkasten in den letzten Tagen überflutet mit Post gegen die leistungsstarke Antenne. In der näheren Umgebung wurden zuvor Unterschriftsbögen für die Sammeleinsprache in die Briefkästen verteilt. Auch auf der Webseite strahlungsfrei.ch sei das Formular sehr oft heruntergeladen worden, erzählt Stefan Zbornik. Sehr viele Anwohner aus der unmittelbaren Nähe des Hochhauses haben unterschrieben, etwa von der Bahnhofstrasse, der Brückenstrasse oder aus dem Bodan-Quartier. Auch aus Konstanz seien viele Namen darunter. Zur Einsprache berechtigt sind Betroffene, die in einem Radius von 1500 Metern um die Antenne wohnen.

Erster Entscheid im Sommer

Das Baugesuch der Swisscom werde nun normal weiterbehandelt, sagt Bausekretär Jean-Marc Vannier. Der Kreuzlinger Stadtrat werde im Laufe des Sommers darüber befinden.

Franziska Bürgi Rey Geschäftsinhaberin (Bild: pd)

Franziska Bürgi Rey Geschäftsinhaberin (Bild: pd)