Stadtrat muss Kleingärtner besänftigen

KREUZLINGEN. Der Gartenverein Döbeli sorgt sich um seine Zukunft. Die Schrebergärtner zwischen den Fussballplätzen und dem Autobahnzoll wandten sich mit einem Schreiben an ein Kreuzlinger Gratisblatt.

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Kreuzlingen. Der Gartenverein Döbeli sorgt sich um seine Zukunft. Die Schrebergärtner zwischen den Fussballplätzen und dem Autobahnzoll wandten sich mit einem Schreiben an ein Kreuzlinger Gratisblatt. Sie beklagen darin, dass Kreuzlingen das Gelände – es ist Schweizer Boden, aber in Konstanzer Besitz und unterliegt dem Tägermoos-Statut von 1831 – mittel- bis langfristig für Sportstätten zu verwenden plane. Wenn der Konstanzer Gemeinderat dem zustimme, müsste der Gartenverein weichen. Eine Entwicklung, welcher sie nicht kampflos zusehen wollen. Die Kleingärtner rufen ihre Unterstützer dazu auf, sich bei ihren Gemeinderäten – Konstanzer wie Kreuzlinger – für ihre Sache einzusetzen. Ausserdem suchen sie nach Informationen, denn es sei nicht einfach herauszufinden, was die Gemeinde Kreuzlingen im einzelnen plane, schreiben sie.

Von Klein Venedig ins Döbeli

Tatsächlich plant die Stadt Kreuzlingen nicht erst seit gestern die Verlegung der Fussballplätze von Klein Venedig ins Döbeli. «Für das Zusammenführen aller Fussballplätze eignet sich eher das Döbeli-Areal», sagte Stadträtin Dorena Raggenbass etwa in einem TZ-Bericht vom 12. Februar dieses Jahres und merkte an, dass dabei ein subtiles Vorgehen nötig sei. Denn der Ausbau der Fussballplätze werde nicht ohne Umsiedlung von Kleingärten und Reduktionen der Landwirtschaftsfläche gehen. Das sei für die Politiker der Stadt Konstanz jedoch ein schwieriges Thema, da es sich bei vielen der Kleingärtner um langjährige Pächter handle, so die Stadträtin vor zwei Monaten.

Den Plan gibt es seit fünf Jahren

Noch etwas weiter zurück schaut Stadtrat Ernst Zülle, der sofort mit einer Stellungnahme auf das Schreiben der Kleingärtner reagierte. Jedermann hätte 2010 seine Einwendungen gegen das grenzüberschreitende Agglomerationsprogramm vorbringen können, argumentiert er. «Es erstaunt deshalb, dass ein seit über fünf Jahren bekannter Tatbestand nun plötzlich grundsätzlich in Frage gestellt wird.» Beim Vorschlag der Stadt Kreuzlingen an Konstanz, der zurzeit erarbeitet werde, sei man bedacht, dass die Kleingärten möglichst im gleichen Areal erhalten blieben. Wenn ein Teil der Gärten wegen Platzmangel aufgehoben werden müsste, so werde für Ersatz gesorgt, verspricht Zülle. Man sei daran, eine Bestandesaufnahme der Kleingärten zu erheben und die Bedürfnisse der Fussballvereine abzuklären. Die Planungen liefen in enger Zusammenarbeit mit Konstanz, in Diskussion sei auch ein neuer Grenzübergang für den Langsamverkehr.

Konstruktive Zusammenarbeit

Zülle wendet sich mahnend an den Gartenverein: «Die jetzige Opposition der Kleingärtner ist wohl nicht zielführend. Eine konstruktive Zusammenarbeit würde die Entscheidungsfindung zum Wohle aller Beteiligten und Nutzer vereinfachen.» (ubr)