Sie machen gemeinsame Sache

KREUZLINGEN. Seit einem Jahr treffen sich Vertreter der beiden Landeskirchen sowie Kreuzlinger Freikirchen regelmässig zum Austausch. Mit einem Gottesdienst am 30. August möchten sie die Ökumene wieder stärken.

Nicole D'orazio
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Freuen sich auf den gemeinsamen Gottesdienst: Hans Buser, Florian Meis, Elijah Morgan (alle stehend), Ivan Trajkov, Susanne Altoè, Silvia Rubin und Damian Brot (alle sitzend). (Bild: Nicole D'Orazio)

Freuen sich auf den gemeinsamen Gottesdienst: Hans Buser, Florian Meis, Elijah Morgan (alle stehend), Ivan Trajkov, Susanne Altoè, Silvia Rubin und Damian Brot (alle sitzend). (Bild: Nicole D'Orazio)

Sie sind nicht gleich, aber sie sind sich näher als gedacht. «Das haben wir schnell festgestellt», sagt Damian Brot, Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen. Auf Initiative der Freikirchen in Kreuzlingen treffen sich die verschiedenen Gemeinden seit einem Jahr regelmässig zum Austausch. «Wir haben uns bewusst keine hohen Ziele gesteckt, sondern wollten uns einfach besser kennenlernen.» Schnell habe man gemerkt, dass die Kirchgemeinden sich mit den gleichen Themen, Problemen und Zielen beschäftigen.

«Wir sind alles moderate Vertreter unserer Gemeinden und haben alle Theologie studiert», erzählt Brot an der gemeinsamen Medieninformation. «Wir wollen alle etwas für die Menschen in Kreuzlingen tun und Gemeinden sein, die etwas bewirken. Und dabei nicht nur unter uns sein.» Es sei allen wichtig gewesen, kein inner-evangelisches Gremium zu sein, sondern die Katholiken mit einzubeziehen.

Katholiken sind gerne dabei

«Die Ökumene ist eine Herzensangelegenheit», sagt Susanne Altoè, Seelsorgerin in der katholischen Pfarrei St. Ulrich Kreuzlingen. «Es gehört zu unserem Grundauftrag, eins zu sein.» Pastoralassistent Ivan Trajkov vertritt die katholische Pfarrei St. Stefan in der Runde. «Wir sind seit Jahren ökumenisch tätig. Hauptsächlich in Tägerwilen und im Kemmental», sagt er. «Deswegen wurde das vielleicht nicht so wahrgenommen.»

Die Ökumene zwischen zwei Gemeinden gibt es in Kreuzlingen schon länger. Neu ist, dass alle an einem Tisch sitzen. «Wir wollen das nun vertiefen, denn wir wollen mehr als zusammenzusitzen», sagt Damian Brot. «Wir möchten gemeinsam feiern und organisieren einen Gottesdienst.» Dieser solle ein Kick-off für weitere Anlässe sein. «Jede Gemeinde bringt sich am Sonntag, 30. August mit ihren Stärken in den Gottesdienst ein.» Das bedeute einen Mehrwert für alle.

Bodenseekirche ist kreativ

Elijah Morgan ist Pastor in der Bodenseekirche, welche zu den Schweizerischen Pfingstgemeinde gehört. «Wir orientieren uns stark missionarisch und haben viele diakonische Projekte», sagt er. Im Gottesdienst werde sich seine Gemeinde an der kreativen Darstellung beteiligen und sich ums Kinderprogramm kümmern. Die Katholiken werden im Gebetsteil mitwirken. Eine Jugendband wird moderne Musik spielen. «Uns ist wichtig, den Individualismus zu sprengen», meint Ivan Trajkov. «Es soll nicht jeder für sich schauen. Alle sollen eins sein.»

Die Chrischona engagiert sich stark für Kinder, zum Beispiel mit dem Kidsprojekt Arche an der Romanshornerstrasse. «Wir sind eine Gemeinde, die vernetzt denkt. Wir wollen nicht unsere eigene Suppe kochen», sagt Simon Hänel, Kinder- und Jugendarbeiter der Chrischona. «Für uns ist es selbstverständlich, dass alle Christen zusammen sind.» Sie würden im Kinderlobpreis mitwirken und verschiedene Spiele anbieten.

Father's House ist eine noch junge Gemeinde in Kreuzlingen. «Wir betreiben das Café Out of Bounds, das ein Ort der Begegnung ist», erklärt Florian Meis. «Gerne teilen wir unsere Räume mit anderen.» Nach dem Gottesdienst werden die Father's-House-Mitglieder mit Anwesenden noch im kleinen Kreis und persönlich beten.

Vineyard Lakeside möchte keine Kirche, sondern eine Bewegung sein, sagt Hans Buser. «Unser Schwerpunkt ist das Leben im Alltag. Wir gehen oft auf die Strasse, möchten den Menschen Mut machen.» Der Lobpreis sei in seiner Gemeinde sehr wichtig. «Wir wollen ein Leben lang für Gott da sein.» Im gemeinsamen Gottesdienst werden Mitglieder von Vineyard im Kreativteil mitarbeiten.

Weiter in diese Richtung

Die Vertreter der verschiedenen Gemeinden hoffen auf weitere ökumenische Aktivitäten. «Das ist ein feiner Weg. Wir versuchen nun die Menschen in unseren Gemeinden in diese Richtung zu bringen», sagt Susanne Altoè. «Wir werben alle für die Beziehung zu Gott, nicht für die Kirche.»