Militärischer Drill mit Gefühl

Ein neues Fitnessangebot will Kreuzlingern zu mehr Ausdauer und Kraft verhelfen. Statt im Studio wird beim Bootcamp aber draussen in der Stadt und in der Natur trainiert.

Michèle Vaterlaus
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Trainerin Anke Kopfmüller kontrolliert zwei Teilnehmerinnen während einer Übung. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Trainerin Anke Kopfmüller kontrolliert zwei Teilnehmerinnen während einer Übung. (Bild: Michèle Vaterlaus)

KREUZLINGEN. Bootcamps bringt wohl jeder mit amerikanischem Drill im Militär in Verbindung. Rekruten, die von einem schreienden Feldweibel zu körperlicher Höchstleistung angetrieben werden – bis zur Erschöpfung. Ein Bootcamp gibt es auch in Kreuzlingen. Geleitet wird es von Personal Trainerin Anke Kopfmüller. Seit Ende August trifft sich eine Truppe am Montagmorgen um 8.30 Uhr im Burgerfeld. Eine Stunde lang wird gejoggt, trainiert, geschwitzt – alles freiwillig. Wer nun denkt: «Gott, wer tut sich so was an?», ist voreilig. Von militärischem Drill ist bei den «Bootcampern» nicht viel zu spüren.

Physisch und mental fit

«Was uns mit den militärischen Bootcamps verbindet, ist nur die hohe Trainingsintensität», sagt Maurus Strobel, Marketingverantwortlicher bei Bootcamper.ch. Diese sei entwickelt worden, um Soldaten in kurzer Zeit physisch und mental fit zu machen. Das sei zwar auch das Ziel bei Bootcamper.ch – aber auf freiwilliger Basis. Die Bootcamper gibt es unter anderem auch in Zürich, Bern, Luzern und Basel. Anke Kopfmüller animiert ihre Gruppe zwar zu Höchstleistung, fragt aber auch nach dem Wohlbefinden der Teilnehmer und sorgt dafür, dass jede Übung richtig gemacht wird. Für die Kraftübungen macht sich die Kreuzlingerin Bänke, Steine und Geräte auf dem Spielplatz zunutze. Während des Joggens kümmert sie sich um jeden Teilnehmer. «Alles okay? Wie steht's mit dem Puls, Pati?» Alles im normalen Bereich.

Gute Kleidung von Vorteil

Das «Bootcamper City Circuit»-Training verläuft im Endeffekt ähnlich wie auf einem Vitaparcours, nur mitten in der Stadt, die Laufeinheiten sind länger und während der Stops werden unter der Aufsicht der Leiter Arme, Brust, Rücken und Bauch trainiert. «Das Tolle ist, dass wir gemeinsam unterwegs sind. Die Gruppendynamik motiviert zu Höchstleistung, das macht mehr Spass», sagt Anke Kopfmüller. «Zudem ist man an der frischen Luft.» Mitmachen kann bei den Bootcampern jeder. Voraussetzung ist ein Internetzugang, denn dort kann man sich für die Trainingsstunden anmelden. Von Vorteil ist auch gute Kleidung, denn trainiert wird das ganze Jahr über draussen. «Ein bisschen joggen sollte man auch können», sagt Anke Kopfmüller. «Es ist kein Problem, wenn jemand in der Gruppe fitter ist als die anderen.» Denn sie kenne zu allen Übungen schwierigere Alternativen. «Dann wird es auch für routinierte Sportler ein anstrengendes Training.» Wie anstrengend, zeigt sich am Tag danach, wenn der Muskelkater sich meldet.

www.bootcamper.ch