Klarer Wink von Hundefreunden

Eine Gruppe von rund 40 Hundebesitzern aus der Region Kreuzlingen lanciert eine Kampagne gegen Gewalt am Tier. Mit Plakaten und Flyern machen sie darauf aufmerksam, dass ein zu grober Umgang mit Vierbeinern sogar strafbar ist.

Urs Brüschweiler
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Sie gehören zu den Protagonisten der Plakat-Aktion: Stefanie Haberthür und Hund Damon (am linken Bildrand), Susanne und Enya Amacker mit Blue und Floyd sowie Monika Müller und ihr Dackel Diana. (Bild: Donato Caspari)

Sie gehören zu den Protagonisten der Plakat-Aktion: Stefanie Haberthür und Hund Damon (am linken Bildrand), Susanne und Enya Amacker mit Blue und Floyd sowie Monika Müller und ihr Dackel Diana. (Bild: Donato Caspari)

KREUZLINGEN. «Viele Hundehalter tun ihren Tieren Gewalt an, allerdings in der Überzeugung, dass sie damit etwas Sinnvolles machen», sagt Anja Winter. «In der Hundeerziehung gibt es noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten», erklärt Isabelle Schnekenburger-Merk. Die beiden Frauen kennen sich aus mit dem Thema. Isabelle Schnekenburger gründete vor fünf Jahren die Hundeschule Finns Welt in Kreuzlingen und leitet diese seither, Anja Winter arbeitet seit zwei Jahren an ihrer Seite als Hundetrainerin.

Gegen Gewalt in der Hundeerziehung wollen sie nun etwas unternehmen. «Manche Leute gehen sehr grob mit ihren Vierbeinern um. Wir beobachten das zum Beispiel in öffentlichen Parks viel zu oft», sagt Isabelle Schnekenburger. «Vieles davon basiert auf alten Regeln der Hundeschulung, die aber schon längst überholt sind. Das wollen wir aus den Köpfen bringen», ergänzt Anja Winter. Sie sprechen von Verhaltensweisen wie zum Beispiel Gegenstände nach dem Hund werfen, ihn anzuschreien oder einzuschüchtern.

Eine regionale Kampagne

Diese Dinge sind nach dem Tierschutzgesetz mittlerweile auch verboten. Und genau hier wollen die Frauen mit der Aktion «Weil es auch anders geht – Gegen Gewalt in der Hundeerziehung» ansetzen. Unter den Stammkunden der Hundeschule haben sie gefragt, wer bei der Plakat- und Flyer-Kampagne mitmachen möchte. Die Reaktionen waren für sie mehr als ermutigend.

Rund 40 Hundebesitzer aus der Region Kreuzlingen waren einverstanden sich mit ihrem Tier von Fotograf Ruggero De Pellegrini ablichten zu lassen. Die Bilder werden versehen mit einem individuellen Spruch, der die Freundschaft zum Tier ausdrückt, sowie einem Auszug aus dem Tierschutzgesetz. Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung «Tier im Recht» in Zürich und soll klarmachen, dass gewisse Verhaltensweise nicht verharmlost werden dürfen. «Es ist eine heikle und auch eine deutliche Botschaft, die wir mit der Kampagne senden», sagt Isabelle Schnekenburger. Deshalb ist es gut, dass sich so viele bekannte Gesichter aus der Region dafür zur Verfügung gestellt haben. «Das hilft uns, um beim Verteilen der Flyer ins Gespräch zu kommen.» Die Kampagne soll denn auch nicht aggressiv oder anprangernd wirken, sondern präventiv und aufklärend.

Heute bei der Bodensee-Arena

Die 40 Hundebesitzer freuen sich nun, dass die Aktion anläuft. Bereits heute Samstag werden sie mit einem Kuchenstand am Hunde-Frisbee-Bewerb bei der Bodensee-Arena vertreten sein und versuchen Überzeugungs- und Informationsarbeit zu leisten.

www.weil-es-auch-anders-geht.ch

Die Plakate und Flyer werden so aussehen. Hund mit Besitzer im Bild, ein individueller Slogan sowie ein Kasten mit dem Gesetzestext. (Bild: pd)

Die Plakate und Flyer werden so aussehen. Hund mit Besitzer im Bild, ein individueller Slogan sowie ein Kasten mit dem Gesetzestext. (Bild: pd)