Eine Entlastung für die Eltern

Nach den Sommerferien will der Verein Kindertreff Münsterlingen eine Kinderbetreuung während der Randzeiten anbieten. Dies soll den berufstätigen Eltern entgegenkommen. Der neu gegründete Vorstand sprüht vor Tatendrang.

Marion Theler
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Präsidentin Petra Schnoor. (Bild: Marion Theler)

Präsidentin Petra Schnoor. (Bild: Marion Theler)

MÜNSTERLINGEN. Spätestens wenn der Nachwuchs in den Kindergarten kommt, wird es für berufstätige Eltern schwierig, wenn die Kinderbetreuung nicht zumindest örtlich der Schule nahe ist. So hat der von Schule und Gemeinde stark getragene Verein Kindertreff Münsterlingen auch etwas von einer gut organisierten Selbsthilfegruppe: Die Präsidentin Petra Schnoor und die zwei Vorstandsmitglieder Claudia Bloch und Aline Migliore sind junge, berufstätige Mütter, deren Kinder jetzt noch im Zwerglihaus Kreuzlingen betreut werden.

Start im Sommer geplant

Aber der Schuleintritt naht und darum haben sich diese drei Frauen dazu entschlossen, ganz konkret daran mitzuarbeiten, dass es nach den Sommerferien in Münsterlingen eine familienergänzende Kinderbetreuung gibt, die auch die Bedürfnisse von Vollzeit arbeitenden Eltern abdeckt.

19 Frauen und drei Männer – inklusive Gemeindeammann René Walther – haben den Verein Kindertreff Münsterlingen gegründet. Walther, der das Projekt mit Gemeinderätin Anita Müller vor 14 Monaten in Angriff genommen hat, legte an der Gründungsversammlung am Donnerstagabend ein enormes Tempo an den Tag. Man will offensichtlich nicht viel Zeit verlieren mit der Erwähnung all dessen, was schon getan ist. Wie etwa die Erstellung einer umfassenden Studie zu Angebot und Nachfrage, der Statuten und des Grobentwurfs für ein Betriebskonzept.

Standort noch offen

Die Ziele sind ambitioniert: Nach den Sommerferien sollen Münsterlinger Kinder entweder in Landschlacht oder in Scherzingen – ziemlich sicher in den Schulräumlichkeiten selber – zu allen Randzeiten betreut werden. Am Morgen, so zumindest möchte es die Präsidentin, schon ab sieben Uhr mit Frühstück, über den Mittag und am Abend bis ungefähr sechs oder halb sieben. René Walther sagte, dass man drei Module anbieten und diese je nach Anmeldungen realisieren werde.

Im Budget der Schul- und Politischen Gemeinde ist bereits eine Defizitgarantie bis maximal 40 000 Franken abgesegnet. Bei viel Nachfrage und gut verdienenden Eltern könne man aber kostendeckend arbeiten, sagte der Gemeindeammann. Er rechne mit zehn bis 23 Kindern. Wenn es einen Bus brauche, um die Kinder zum Beispiel von Landschlacht nach Scherzingen zu transportieren, dann werde rasch gehandelt: 10 000 bis 15 000 Franken koste ein entsprechender Occasion, erklärte Walther.

Wichtig sei die unkomplizierte Mitarbeit von allen: Freiwillige Busfahrer seien ebenso gesucht wie Leute, die bei der Rekrutierung des Personals mithelfen möchten, sagte er. Der bisherige Organisator des Mittagstischs werde seine Erfahrungen einbringen und solle die bisherigen Köchinnen und Betreuerinnen zum Weitermachen im neuen Angebot animieren.