Eine Archäologin fürs Seemuseum

KREUZLINGEN. Der Stiftungsrat hat mit Ursula Steinhauser eine junge Frau aus der Innerschweiz zur neuen Leiterin bestimmt. Sie verfügt über einen grossen Erfahrungsrucksack und ist hochmotiviert, Kreuzlingen und den Bodensee kennenzulernen.

Martina Eggenberger Lenz
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Die neue Museumsleiterin Ursula Steinhauser und Stiftungsratspräsident Jürg Schlatter. (Bild: Andrea Stalder)

Die neue Museumsleiterin Ursula Steinhauser und Stiftungsratspräsident Jürg Schlatter. (Bild: Andrea Stalder)

Ursula Steinhauser ist zwar erst 30 Jahre alt, sie ist aber bereits Archäologin und Historikerin und hat schon in zwei verschiedenen Museen gearbeitet. Ihre Bewerbung hat den Stiftungsrat des Kreuzlinger Seemuseums denn auch vollends überzeugt. Die Innerschweizerin, die heute in Trogen wohnt, hat sich in der Schlussphase des Auswahlprozesses gegen ein gutes Dutzend Kandidaten durchgesetzt. Insgesamt seien 110 Bewerbungen, darunter viele hochkarätige, auf die Stelle eingegangen, sagt Präsident Jürg Schlatter. Der Job des Museumsleiters wird frei, weil der momentane Stelleninhaber Walo Abegglen wieder ausschliesslich als Lehrer tätig sein will (unsere Zeitung berichtete).

Mehr Stellenprozente

Die neue Leiterin tritt die Stelle Mitte Oktober an. Bis Ende Jahr arbeitet sie 40 Prozent und wird noch durch Walo Abegglen unterstützt, ab Januar dann 70 Prozent. Ursula Steinhauser ist aktuell noch im Museum für Urgeschichte(n) in Zug engagiert und arbeitete vorher im Sauriermuseum Aathal. Sie war nach eigenen Angaben in vielen Museumsbereichen tätig, besonders auch im pädagogischen.

Am Seemuseum reize sie, dass es einerseits einen grossen kulturhistorischen Teil habe, gleichzeitig aber auch naturwissenschaftliche Themen möglich seien. «Ausserdem ist das Seemuseum sehr produktiv was die Wechselausstellungen betrifft», sagt Ursula Steinhauser. Das ziehe die Schulen an.

Steigende Besucherzahlen

Das Seemuseum hat unter Walo Abegglen die Besucherzahlen von 5000 auf 7000 steigern können. Dafür mitverantwortlich sei natürlich auch Museumspädagogin Frauke Dammert, sagt Jürg Schlatter. Der Stiftungsrat hofft auf weiterwachsende Besucherzahlen. Angedacht ist eine vermehrte Ausstrahlung über die Grenze.

Ziel des Museums ist auch der weitere Ausbau der Ressourcen, beziehungsweise eine Professionalisierung des Betriebs. In diesem Zusammenhang wichtig ist das Konzept, das die Stadt Kreuzlingen für das Seemuseum, das Museum Rosenegg und die Sternwarte erarbeitet. Es soll den Museen, die von ihren Gründern in vielen ehrenamtlichen Stunden aufgebaut wurden, beim Schritt in die Zukunft helfen.

Weil das Konzept noch nicht steht und viele Unklarheiten bestehen, sei es nicht ganz einfach gewesen, den Leiter-Job jetzt zu vergeben, erklärt Jürg Schlatter. «Wir befinden uns in einer Übergangsphase und konnten den Bewerbern wenig Sicherheiten bieten.» Es sei durchaus möglich, dass die Leiterin in zwei Jahren zu 100 Prozent beschäftigt werden könne, erklärt der Stiftungsratspräsident.