Biber muss neuen Damm bauen

KREUZLINGEN. Unbekannte haben den Damm eines Bibers im Saubach im Kreuzlinger Grenzgebiet Döbeli ohne Bewilligung zerstört. Da das Tier und seine Bauten geschützt sind, hat die kantonale Jagd- und Fischereiverwaltung Anzeige erstattet.

Nicole D'orazio
Drucken
Teilen
Kaputt: Die Äste des Dammes liegen nicht mehr im Saubach. (Bild: pd/Stefan Braun)

Kaputt: Die Äste des Dammes liegen nicht mehr im Saubach. (Bild: pd/Stefan Braun)

Der Damm ist weg, und der Biber muss wieder von vorne beginnen. Unbekannte haben den Damm im Saubach im Grenzgebiet Döbeli letzte Woche maschinell zerstört und das Gehölz aus dem Wasser entfernt – und das mutwillig. «Wir wissen leider nicht, wer es war», sagt Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau, auf Anfrage. «Ich habe deshalb eine Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht.» Er hoffe, dass die Polizei etwas herausfinde. Der Biber sei ein geschütztes Tier. Auch dessen Bauten stünden unter Schutz. «Es ist mir wichtig, ein Zeichen zu setzen.» Ob das Tier zu Schaden gekommen sei, wisse er nicht. «Ich denke aber nicht, denn der Bau befindet sich normalerweise nicht gleich beim Damm.»

Ans Miteinander gewöhnen

Es komme ab und zu vor, dass ein Damm Probleme verursache und dann entfernt werden müsse, sagt Kistler. «Aber nur mit Bewilligung.» In der Regel komme es kaum vor, dass jemand mutwillig das Werk eines Bibers zerstöre. Oder dann würde er es nicht erfahren. «Es gibt schon ab und zu Leute, die nicht viel vom Nager halten. Das ist aber kein Grund.» Es brauche eben einen Gewöhnungsprozess, damit Mensch und Tier miteinander auskämen.

Dieser Meinung ist auch Stefan Braun, der Umweltbeauftragte der Stadt Kreuzlingen. «Ich begrüsse es, dass man einschreitet und die Tat nicht einfach durchgehen lässt», sagt er. Es gebe immer mehr Biber in der Stadt, und die Leute müssten lernen, mit dem geschützten Nagetier zusammenzuleben.

Philip Taxböck, Projektleiter von «Hallo Biber!» Ostschweiz von Pro Natura, glaubt nicht, dass der Biber zu Schaden gekommen ist. «Seine Wohnhöhle befindet sind normalerweise im Uferbereich des gestauten Baches, aber nicht beim Damm», erklärt er. Es sei wichtig, dass der Eingang vom Wasser verdeckt sei. Ansonsten seien Jungtiere dem Fuchs schutzlos ausgeliefert. Er wisse allerdings nicht, ob im Saubach mittlerweile mehr als ein Tier lebe.

Döbeli ist Schutzgebiet

Die Zerstörung des Dammes ärgert Taxböck. «Vor allem, da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt.» Er sehe kein Gefahrenpotenzial. Der Biber werde sich deswegen aber kaum vertreiben lassen.

Für das Tier ist es nicht das erste Mal, dass sein Damm weg ist. Da es Probleme bei der Entwässerung des Fussballplatzes gab, wurde dieser mehrmals rückgebaut. Mittlerweile leistet eine Pumpe Abhilfe.