Die Schule Kreuzlingen ist pragmatisch und entgegenkommend

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«Das ist ein absoluter Einzelfall», betont Schulpräsident René Zweifel. Die Schule Kreuzlingen setzt auf den Dialog und fährt im Normalfall sehr gut damit. Dies bestätigt auch Michael Zogg, Schulleiter im Primarschulzentrum Seetal. Die moslemischen Eltern seien generell sehr aufgeschlossen, korrekt und bemüht, die Regeln einzuhalten, sagt er. Allfällige Probleme würden im Gespräch geregelt. Ab und zu helfe auch Imam Rehan Neziri bei der Vermittlung. Er hatte beispielsweise ein Mädchen, das nicht an der Schulfasnacht mitmachen wollte, überzeugt, dass dies Tradition und mit ihrem Glauben vereinbar sei. Neziri erteilt auch den islamischen Religionsunterricht, der in Kreuzlingen im Rahmen der Schule stattfindet. Die grosse Mehrheit der moslemischen Schüler besuche ihn, sagt Zogg. Der Imam erhält von den Verantwortlichen der Schule grosses Lob für seine Arbeit. Er sei weltoffen und stelle das Verbindende zwischen Islam und Christentum in den Mittelpunkt. Die Schule Kreuzlingen kommt den Moslems wo möglich entgegen, damit sie in der Ausübung ihrer Religion nicht eingeschränkt werden. Das Tragen eines Kopftuchs wird grundsätzlich toleriert. Schulleiter Michael Zogg erinnert sich aber lediglich an drei Mädchen in den letzten 13 Jahren, die das wollten. Moslemische Schüler, in Kreuzlingen beträgt ihr Anteil etwa einen Viertel, dürfen für den höchsten Feiertag ein Gesuch stellen, um für die Familienfeier frei zu erhalten. Pragmatisch behandelt man den Fastenmonat Ramadan. Die Schüler müssen zwar die Kochschule besuchen, sie dürfen das Essen aber mit nach Hause nehmen. «Die Schule Kreuzlingen ist offen und das Zusammenleben der Kulturen funktioniert weitgehend problemlos», sagt René Zweifel. (ubr)