Für die Strecke Frauenfeld–Wängi gibt es kein Ticket in Winterthur

Die SBB verkaufen am Bahnhof Winterthur keine Billette für das Wiler Bähnli – sehr zum Ärger von Reisenden.

Valentin Schneeberger
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Für Winterthurer schwierig zu erwischen: Die Frauenfeld-Wil-Bahn. (Bild: Nana do Carmo)

Für Winterthurer schwierig zu erwischen: Die Frauenfeld-Wil-Bahn. (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Hansrudolf Bitterli ist genervt. Vor kurzem musste der Elektrotechniker aus Winterthur geschäftlich nach Wängi. Als Besitzer eines Jahresabonnements – dem Z-Pass – wollte er sich dafür ein Anschlussbillett für zwei weitere Zonen kaufen. In Winterthur konnte er das Ticket jedoch weder am Automaten noch am SBB-Schalter lösen.

Hektische drei Minuten

Mit seinem Z-Pass «Ostwind-ZVV» fährt Pendler Bitterli jeden Tag bis nach Frauenfeld, ohne ein Billett kaufen zu müssen. «Die Frauenfeld-Wil-Bahn durchquert auf ihrem Weg nach Wängi jedoch noch zwei weitere Zonen, für die ich das Anschlussbillett benötigt habe», sagt er. Für ihn ist es unverständlich, weshalb er das Ticket in Winterthur nicht lösen konnte.

Bitterli blieb nichts anderes übrig, als in Frauenfeld zu einem Automaten zu rennen und das Ticket dort zu lösen. «Ich hatte dafür gerade einmal drei Minuten Zeit. Würde ich mich in Frauenfeld nicht so gut auskennen oder hätte jemand am Automaten gestanden, wäre mir der Anschlusszug nach Wängi vor der Nase weggefahren.»

Betreiber zeigen sich erstaunt

Bei den Appenzeller Bahnen, dem Betreiber der Strecke zwischen Frauenfeld und Wil, sorgt die Geschichte für Stirnrunzeln. «Weshalb der Verkauf eines Anschlusstickets in Winterthur nicht möglich ist, entzieht sich unserer Kenntnis», sagt Simone Agosti vom Büro in Herisau. Auch Werner Thurnheer, Geschäftsführer vom Tarifverbund Ostwind wundert sich, merkt jedoch an, dass der Tarifverbund ausserhalb der Kantone St. Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden keinen Einfluss auf den Verkauf von Billetts hat. Dies sei Sache der SBB.

Aussage gegen Aussage

Daniele Pallecchi, Mediensprecher der SBB glaubt an ein Missverständnis. «Nach meinen Informationen können auch Kunden in Winterthur ein solches Ticket kaufen», sagt er.

Für Hansrudolf Bitterli tönt das wie blanker Hohn. In der Zwischenzeit musste er die Strecke schon öfters fahren und jedesmal wiederholt sich der Spiessrutenlauf. «Ein solches Ticket lässt sich am Schalter nicht lösen», ist er nach wie vor überzeugt.