Ein positives Signal

Spät kommt das Signal, aber es kommt. Andere Kantonsregierungen legten ihre Haltung zum geplanten Atomausstieg früher fest, im Spätherbst folgt jetzt die Thurgauer Regierung. Sie kommt aber zum gleichen Schluss, und das ist erfreulich.

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Spät kommt das Signal, aber es kommt. Andere Kantonsregierungen legten ihre Haltung zum geplanten Atomausstieg früher fest, im Spätherbst folgt jetzt die Thurgauer Regierung. Sie kommt aber zum gleichen Schluss, und das ist erfreulich. Der Regierungsrat trägt den mittelfristigen Atomausstieg mit, wie ihn Bundesrat und Parlament vorgespurt haben. Das Vorhaben ist ambitiös und mit vielen Unwägbarkeiten verbunden, der Lead liegt bei Bundesrat und eidgenössischem Parlament. Die Thurgauer Regierung bleibt aber auf der Linie des Grossen Rates: Eine Mehrheit der Fraktionen will Zeichen für einen Atomausstieg setzen, um die Alternativen kräftig zu fördern. Mit der Perspektive eines Ausstiegs werden Unternehmen noch mehr in erneuerbare Energien investieren, wird der Druck zunehmen, endlich Strom zu sparen. Dazu kommt, dass eine Mehrheit des Volkes kaum mehr einem neuen Atomkraftwerk zustimmen wird, auch im Thurgau nicht. Das Signal der Volksabstimmung ist zu deutlich. Über 80 Prozent der Thurgauer Stimmenden sprachen sich für die Förderung der erneuerbaren Energien aus.

Für die Bevölkerung ist der Ausstieg indes nicht gratis zu haben. Es wird Anstrengungen und höhere Strompreise brauchen, um ihn zu bewerkstelligen. Der Thurgau hat auf dem Weg dorthin aber einen Vorteil – seinen Vorsprung bei der Förderung erneuerbarer Energien. Das Förderprogramm ist so ausgebaut wie in keinem anderen Kanton. Dieser Vorsprung wird helfen, den Atomstrom langsam, aber stetig zu ersetzen.

Marc Haltiner

marc.haltiner@thurgauerzeitung.ch

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