Vögeli wieder Panaschierkönig

Der Weinfelder FDP-Kantonsrat Max Vögeli erwies sich bei den Grossratswahlen zum drittenmal als bester überparteilicher Stimmenfänger. Unter den Parteien bekam die FDP am meisten Fremdstimmen.

Thomas Wunderlin
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Josef Gemperle, CVP Panaschierkönig im Bezirk Münchwilen (Bild: Nana do Carmo)

Josef Gemperle, CVP Panaschierkönig im Bezirk Münchwilen (Bild: Nana do Carmo)

FRAUENFELD. Mit 252 Panaschierstimmen pro 1000 parteifremden Wahlzetteln hat der Weinfelder FDP-Kantonsrat Max Vögeli bei den Thurgauer Grossratswahlen 2016 den Titel des Panaschierkönigs gewonnen. Gemäss der gestern veröffentlichten Berechnungen der kantonalen Dienststelle für Statistik hat jeder der fünf Bezirke einen Panaschierkönig, Vögeli ist jedoch der erfolgreichste. Hinter ihm folgen Klemenz Somm (GLP, Kreuzlingen) mit 249 Panaschierstimmen pro 1000 parteifremden Wahlzetteln und Josef Gemperle (CVP, Münchwilen, 229), ferner Norbert Senn (CVP, Arbon, 201) und Anders Stokholm (FDP, Frauenfeld, 160).

«Ich freue mich natürlich», kommentiert Vögeli die Ehre, die ihm nach 2008 und 2012 zum drittenmal zukommt. «Es ist eine Motivation, mich weiterhin für die Bevölkerung einzusetzen.» Seine Beliebtheit führt der 58-Jährige darauf zurück, dass er als Weinfelder Gemeindepräsident «am Puls der Leute» sei: «Der persönliche Kontakt ist matchentscheidend, Plakate und Inserate nützen nur bedingt.» Er könne auf das Netzwerk der Turnerfamilie zählen. Geholfen hätten ihm auch die verschiedenen Grossanlässe in Weinfelden, die er mitorganisierte. Er gehe auf die Leute zu und habe sich nicht verändert: «De Vögeli isch immer no de Vögeli.»

SVP mit den meisten Stimmen

Der Panaschierkönig ist nicht der Kandidat mit den meisten Stimmen. Unter den Kandidaten, die in den einzelnen Bezirken am meisten Stimmen holten, befinden sich besonders viele der SVP. Im Bezirk Weinfelden gehören ihr sogar alle fünf Kandidaten mit den höchsten Stimmenzahlen an, zuvorderst Parteipräsident Ruedi Zbinden mit 4426 Stimmen. Kantonsweit am meisten Stimmen erhielt die Frauenfelder SP-Stadträtin Christa Thorner mit 5178 Stimmen. Um die Popularität eines Kandidaten zu beurteilen, sind aber die Kandidatenstimmen gemäss Dienststelle für Statistik «nur bedingt geeignet». Denn Vertreter wählerstarker Parteien haben hier Vorteile, da ihnen aus den unveränderten Wahlzetteln automatisch Stimmen zufliessen.

Wer panaschiert, lässt seine Stimme hingegen bewusst einem einzelnen Kandidaten zukommen. Die Rangliste nach Panaschierstimmen zeigt die überparteiliche Beliebtheit. Hingegen kann wohl eine Liste mit besonders vielen überparteilich angesehenen Kandidaten dazu führen, dass Wähler gleich die ganze Liste einwerfen, auch wenn sie eigentlich eine andere Partei bevorzugen.

Zwiespältig für Parteien

Aus Sicht einer Partei sollten möglichst viele Wähler den eigenen Wahlzettel unverändert einlegen. Hingegen sollten die eigenen Kandidaten möglichst viele Stimmen von andern Parteien abziehen. Die FDP holte insgesamt am meisten fremde Stimmen. In Weinfelden wurde sie von der SVP nur knapp überflügelt. In Kreuzlingen waren die CVP-Leute überparteilich am beliebtesten.

Die Parteidisziplin durchsetzen konnten die SVP und die EDU am besten. Sie gaben in allen Bezirken am wenigsten Panaschierstimmen ab. Per saldo profitierte die SVP am meisten vom Austausch der Panaschierstimmen.

Norbert Senn, CVP Panaschierkönig im Bezirk Arbon (Bild: Reto Martin)

Norbert Senn, CVP Panaschierkönig im Bezirk Arbon (Bild: Reto Martin)

Klemenz Somm, GLP, Panaschierkönig im Bezirk Kreuzlingen. (Bild: Andrea Stalder)

Klemenz Somm, GLP, Panaschierkönig im Bezirk Kreuzlingen. (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm, FDP Panaschierkönig im Bezirk Frauenfeld (Bild: Donato Caspari)

Anders Stokholm, FDP Panaschierkönig im Bezirk Frauenfeld (Bild: Donato Caspari)

Christa Thorner, SP Bestgewähltes Mitglied des Thurgauer Grossen Rats (Bild: Reto Martin)

Christa Thorner, SP Bestgewähltes Mitglied des Thurgauer Grossen Rats (Bild: Reto Martin)

Max Vögeli, FDP, Panaschierkönig im Bezirk Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

Max Vögeli, FDP, Panaschierkönig im Bezirk Weinfelden. (Bild: Reto Martin)

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