Roopel heisst wieder Rotbühl

FRAUENFELD. Das erste Thurgauer Blatt der Landeskarte ist aktualisiert worden. Auf der 1:25 000er-Karte des Hörnligebiets sind die extrem mundartlichen Ortsnamen getilgt. Im Laufe des nächsten Jahres werden alle Thurgauer Blätter erneuert.

Christof Widmer
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Ein Ausschnitt aus dem Hörnli-Blatt der Landeskarte von 2015. (Bild: Swisstopo)

Ein Ausschnitt aus dem Hörnli-Blatt der Landeskarte von 2015. (Bild: Swisstopo)

Wer mit der Landkarte in der Hand vor Rotbühl steht, dürfte verwirrt sein. Auf der Karte ist der Ort mit «Roopel» gekennzeichnet. Auf der Strassentafel steht aber «Rotbühl». So geht es mit unzähligen anderen Ortschaften im Kanton. Auf der Landeskarte sind die extrem mundartlichen Bezeichnungen eingetragen, am Ortseingangsschild steht aber die geläufige schriftdeutsche Version. Mit dem Sprachenwirrwarr ist jetzt aber Schluss. Das Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) aktualisiert derzeit die Kartenblätter. Auf den neuen 1:25 000er-Karten werden die mundartlichen Ortsnamen verschwinden.

Als erstes Blatt ist das kantonsübergreifende Hörnli-Blatt bereits aktualisiert worden. Darauf ist die Ortsbezeichnung «Roopel» verschwunden – ebenso wie «Ootenegg», das jetzt wieder Ottenegg heisst, oder «Vorderchappegg (wieder Vorerkappegg, Stadelbärg (Stadelberg), Näsple (Nesplen), Alewinde (Allenwinden), Chaltebrune (Kaltenbrunnen) oder Tingetschwiil (Dingetswil).

Bereits im Verkauf

Das neue Hörnli-Blatt ist nach Angaben von Swisstopo bereits im Verkauf. Die übrigen Thurgauer Kartenblätter sind derzeit in Arbeit. Der bei Wanderern beliebte Massstab 1:25 000 sei der genaueste, sagt Sandrine Klötzli, Mediensprecherin von Swisstopo. Deshalb habe das Bundesamt auf dieser Kartenebene mit der Aktualisierung begonnen. Auch die anderen Massstäbe der Landeskarten werden noch aktualisiert.

Mit den neuen Kartenblättern geht der Thurgauer Lokalnamen-Streit (siehe Kasten) definitiv zu Ende. Bis 2012 hat das kantonale Amt für Geoinformation in seinen Verzeichnissen die mundartlichen Ortsnamen wieder durch die gängigen schriftsprachlichen Namen ersetzt. Das war allerdings für die Landeskarten zu spät. Swisstopo verwendet jeweils die Daten, die die Kantone liefern. Erst als die Thurgauer Kartenblätter schon in Arbeit waren, kam es im Thurgau zur Kehrtwende im Namensstreit. Das war 2010. Die damalige Karten-Auflage erschien darum mit den mundartlichen Namen. Einzig die Thurgauer Wanderkarte wurde «zweisprachig» herausgegeben – mit beiden Bezeichnungen, also zum Beispiel «Roopel/Rotbühl».

Auch bei der neusten Überarbeitung benützt Swisstopo die Daten des Kantons – jetzt aber die schriftsprachlichen Namen. «Wenn sich in den Quellen Veränderungen gegenüber der letzten Ausgabe ergeben haben, werden diese in der neuen Landeskarte übernommen», sagt Klötzli.

Durchgehend modernisiert

Abgesehen von den Ortsbezeichnungen ändert auf den neuen Landeskarten auch die Schriftart. Die neue ist besser lesbar, gerade bei schlechten Lichtverhältnissen. Auch bei den Einfärbungen haben sich Änderungen ergeben. Auf der Hörnli-Karte ist vor allem die neue Einfärbung der Kantonsgrenzen als durchgehendes Band sichtbar. Es löst die gestrichelten Linien ab, die bisher zum Beispiel bei Gewässern nicht durchgängig waren. Jetzt lässt sich der Grenzverlauf besser verfolgen.

Ausserdem hat Swisstopo bei der Modernisierung der Landeskarten eine unterschiedliche Einfärbung von Strassen je nach Typ und von Bahnlinien und Bahnhöfen eingeführt, die nun rot eingezeichnet sind.

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