Millionenteure Bauvorhaben im Thurgau

FRAUENFELD. Der Kanton Thurgau plant 2014 zwei grosse Bauvorhaben: die Gesamtsanierung des Kunstmuseums Thurgau in der Kartause Ittingen sowie die Sanierung und den Umbau des Bildungszentrums Arbon (BZA). Mit dem Budget beantragt der Regierungsrat dafür zwei Objektkredite über insgesamt 26,5 Millionen Franken.

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Das Kunstmuseum des Kantons Thurgau in der Kartause Ittingen soll ein Facelifting erfahren. (Bild: Reto Martin)

Das Kunstmuseum des Kantons Thurgau in der Kartause Ittingen soll ein Facelifting erfahren. (Bild: Reto Martin)

Den Kreditantrag über 4,6 Millionen Franken für den Umbau der bestehenden Ausstellungsräume des Kunstmuseums hatte der Regierungsrat schon einmal vorgelegt. Nach den Querelen über das Ausschreibungsverfahren für den ebenfalls geplanten und an die Sanierung gekoppelten Erweiterungsbau des Kunstmuseums machte die Regierung dann allerdings einen Rückzieher.

«Das ist schlecht gelaufen und ärgert mich heute noch masslos. Wir haben das falsch beurteilt», sagte Baudirektor Jakob Stark (SVP) am Montag vor den Medien. Die Stiftung Kartause Ittingen hatte keinen öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben, sondern ihre Hausarchitekten mit der Planung des Erweiterungsbaus beauftragt.

Langgestreckter Bau
Inzwischen hat ein Gutachten Klarheit gebracht: Da der Kanton mit seinem Beitrag aus dem Lotteriefonds mehr als 50 Prozent der Kosten für den Neubau trägt, gelten die Regeln des öffentlichen Beschaffungsrechts. Das bisherige Architekturbüro und der bisherige Bauingenieur erhalten keine weiteren Aufträge. Allerdings können die bisherigen Leistungen der Hausarchitekten weiterverwendet werden. Diese hätten die Nutzungsrechte abgetreten, sagte Roland Eberle, Präsident des Stiftungsrats Kartause Ittingen. Geplant ist ein langgestreckter Bau im Norden der bestehenden Klausen, der den Blick auf die Kartause nicht beeinträchtigt.

Genügend Reserven im Lotteriefonds
Die Zusammenarbeit zwischen Kanton und Stiftung wird nun in einer Vereinbarung geregelt, die auch das Beschaffungsverfahren und die Nutzung der Bauten festschreibt. Diese Vereinbarung tritt erst in Kraft, wenn das Parlament die 4,6 Millionen Franken für den Umbau genehmigt hat. Somit entscheidet der Grosse Rat indirekt auch über den Erweiterungsbau. Mit den Arbeiten soll im Herbst 2014 begonnen werden. An den Gesamtkosten von 12,94 Millionen Franken beteiligt sich der Kanton mit einem Beitrag von 11,32 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds. Ursprünglich waren Gesamtkosten von 10,5 Millionen und ein Beitrag von 9 Millionen Franken geplant. Höhere Anforderung an Energieeffizienz, Brandschutz und Kanalisation machen das Bauvorhaben aber teurer.

Trotz des hohen Beitrags an das Kunstmuseum werde es für andere Beitragsempfänger keine Einschränkungen geben, versicherte Jakob Stark. Mit Reserven in Höhe von 23,5 Millionen Franken verfügt der Thurgau über genügend Mittel im Lotteriefonds, um auch andere Projekte zu unterstützen.

Erweiterung und Sanierung in Etappen
Das zweite grosse Bauvorhaben betrifft das in die Jahre gekommene Bildungszentrum Arbon (BZA). Das Gebäude wurde 1977 für rund 480 Lernende gebaut. Inzwischen hat sich die Zahl bei rund 650 Lernenden eingependelt, Räume für Physik, Robotik oder Informatik fehlen ebenso wie eine ausreichende Zahl Damentoiletten. Mit einem Objektkredit in Höhe von 21,9 Millionen Franken soll ein Nebengebäude aufgestockt und das Hauptgebäude saniert werden. Es werde keine Luxuslösung geben, sondern eine lange fällige Anpassung an heutige Anforderungen, sagte Bildungsdirektorin Monika Knill (SVP). Der Umbau erfolgt in vier Etappen ohne kostenaufwändiges Provisorium. Bis Ende 2016 soll der Erweiterungsbau bezugsbereit sein. Der Abschluss der Gesamtsanierung ist für Ende 2019 geplant. (sda)

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