Kritik an Vergabepraxis von Pflegebetten

FRAUENFELD. Dem Projekt «Wohnen im Alter», das in Bichelsee-Balterswil geplant ist, hat der Kanton keine Pflegebetten zugesprochen.

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FRAUENFELD. Dem Projekt «Wohnen im Alter», das in Bichelsee-Balterswil geplant ist, hat der Kanton keine Pflegebetten zugesprochen. «Wir bedauern diesen Entscheid sehr und können ihn nicht nachvollziehen», schreiben die CVP-Kantonsräte Christa Kaufmann und Josef Gemperle sowie die SVP-Kantonsräte Ruedi Bartel und Willy Nägeli in einer Einfachen Anfrage.

«Die Gemeinde Bichelsee-Balterswil und die Gemeinde Fischingen verfügen über keine eigenen Pflegebetten, obwohl sie mit einer gemeinsamen Einwohnerzahl von 5252 Personen Anrecht darauf hätten.» Bei der Begründung der Absage sei auf das Alterskonzept Thurgau verwiesen worden.

Bezirk als Bezugsgrösse

Die Kantonsräte fragen den Regierungsrat in ihrem Vorstoss, warum bei der Vergabe von Pflegeplätzen die geographischen Gegebenheiten nicht höher gewichtet werden. «Die Gemeinden haben von regionalen Alterskonzepten die Möglichkeit, spezifische Gegebenheiten einzubeziehen», schreibt der Regierungsrat. «Für die Region Bichelsee-Balterswil und Fischingen galt der Bezirk als regionale Bezugsgrösse.»

Thurgau hat hohen Richtwert

Die Richtwerte bei der Verteilung von Pflegebetten sind laut dem Regierungsrat erstmals im Alterskonzept von 1999 für einen Zeithorizont bis 2010 festgelegt worden. Seit 2011 gelte die überarbeitete Fassung des Alterskonzepts. «Der derzeit gültige Richtwert betreffend Pflegeheimplätzen für das Jahr 2015 beträgt 27 Prozent der Anzahl Einwohner des Kantons, welche 80jährig und älter sind», schreibt der Regierungsrat. Im Vergleich mit anderen Kantonen habe der Thurgau einen hohen Wert. (rar)

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