Facebook hätte im Thurgau Erfolg

Im Kanton Zürich wäre Mark Zuckerberg wahrscheinlich an der Steuerbelastung gescheitert. Anders im Kanton Thurgau: Hier werden Jungunternehmen nicht so stark geschröpft.

Thomas Wunderlin
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FRAUENFELD. Der langjährige Textilunternehmer Ueli Fisch sorgt sich um die Jungunternehmer. Der GLP-Kantonsrat wollte vom Regierungsrat mit einer Einfachen Anfrage erfahren, ob sie der Thurgau ebenso stark besteuert, wie es der Kanton Zürich tut. Nun ist Fisch «grundsätzlich zufrieden» mit der Antwort des Regierungsrats. Die Thurgauer Steuerbehörden besteuerten Jungunternehmer «sehr wirtschaftsfreundlich».

Zur Berechnung der Vermögenssteuer bewertet Zürich die Aktien der Firmengründer seit dem 1. März nicht nach dem aktuellen Wert, sondern nach dem Preis, den ein Investor dafür bezahlt. So wäre Facebook in Zürich vermutlich gescheitert, wurde ein KPMG-Partner im «Tages-Anzeiger» zitiert.

Mehr als Wert bezahlt

Investoren kaufen Aktien von Jungunternehmen, wenn sie darin Potenzial für eine Wertsteigerung sehen. Da viele Jungunternehmer scheitern, handelt es sich um eine riskante Investition. Der effektive Verkehrswert der Aktien entspricht zu diesem Zeitpunkt nicht dem bezahlten Frankenbetrag. Die Investoren stellen ihn den Jungunternehmen zur Verfügung, damit sie ihr Geschäft entwickeln können. In Zürich werden aber die Aktien der Unternehmensgründer nach diesem bezahlten Preis bewertet. Nach dieser Methode hätte Mark Zuckerberg bereits vier Jahre nach der Facebook-Gründung Vermögenssteuern von 9 Millionen Franken abliefern müssen. Da machte Facebook noch keinen Gewinn und Reserven fehlten. Der Kanton Zürich beruft sich auf ein Kreisschreiben der Schweizerischen Steuerkonferenz. Es habe lediglich Empfehlungscharakter, betont der Thurgauer Regierungsrat.

Zum Substanzwert besteuert

Die kantonale Steuerverwaltung bewerte Start-ups in der Gründungsphase zum Substanzwert, «wobei Finanzierungsrunden in aller Regel unberücksichtigt bleiben». Ihnen komme in der Regel «à fonds perdu»-Charakter zu.

Fisch hätte sich gewünscht, dass sich der Regierungsrat klar gegen die Zürcher Lösung ausspricht. Insofern sei er «sehr defensiv und mutlos».

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